Littler am limit? darts-youngster kämpft mit außenspiegel
Luke Littler, der Shootingstar der Darts-Welt, scheint derzeit an einem Scheideweg zu stehen. Arroganzvorwürfe, Buhrufe und sogar Auseinandersetzungen mit Rivalen – der junge Brite muss lernen, mit dem immensen Druck und der wachsenden Antipathie umzugehen. Während er nach außen hin gelassen wirkt, brodeln hinter der Fassade offenbar erhebliche Probleme.

Die schattenseiten des erfolgs
Es ist kein Geheimnis, dass der Aufstieg Littlers zur Nummer eins der Welt heftige Reaktionen ausgelöst hat. Max Hopp, Sport1-Experte, bringt es auf den Punkt: „Es ist kein Wunder, wenn man die Nummer eins der Welt ist und das auch noch mit großem Abstand.“ Doch der Erfolg zieht eben auch „Hater“ an, und Littlers eigene Aktionen scheinen den Gegenwind zusätzlich anzuheizen. Die Folge: Die sportlichen Erfolge geraten in den Hintergrund.
Der 19-Jährige scheint aktuell eine Phase der Selbstfindung zu durchleben. Seine Abwesenheit bei European-Tour-Events, stattdessen Kurztrips zu Pferderennen und private Besuche, werfen Fragen auf. Sogar ein vermeintlicher Fanartikel-Besuch bei Justin Hood in Wigan, ohne selbst an einem Floor-Turnier teilzunehmen, sorgte für Gesprächsstoff.
Littler-Zoff mit van Veen: Eine private Fehde? Der Konflikt mit Gian van Veen, dem Vize-Weltmeister, eskalierte öffentlich. Littlers bissige Kommentare in Richtung des Niederländers, obwohl Van Veen eine Versöhnung anbot, zeigten einen gereizten Littler. „Ich hoffe, das geht raus an die Leute, dass er eigentlich derjenige ist, der seinen Job nicht gemacht hat in Sachen respektvolles Verhalten“, ließ er verlauten. Robert Marijanovic sieht darin jedoch eher eine „kleine Rivalität“, die an die klassischen Duelle zwischen Barca und Real erinnert – eben eine sportliche Fehde, die Spannung verspricht.
Die WM 2025 ließ bereits erste Risse in Littlers vermeintlicher Unbesiegbarkeit erkennen, als er ein Interview mit Sky UK-Reporterin Abigail Davies unter Tränen abbrechen musste. Die Last des Erwartungsdrucks war schlichtweg zu groß. Buhrufe und Pfiffe quittierte er in der Vergangenheit oft mit hämischem Lachen, was die Situation zusätzlich verschärfte.
Doch es gibt auch Hoffnung. Max Hopp zeigt sich optimistisch: „Um Luke Littler muss man sich keine Sorgen machen. Er wird spätestens zu den großen Turnieren, angefangen mit der entscheidenden Phase in der Premier League und dem World Cup of Darts Mitte Juni in Frankfurt, wieder voll da sein – auch mental.“ Die enge Unterstützung seiner Familie und seines Managers Gary Plummer scheint ebenfalls hilfreich zu sein.
Auch Phil Taylor, eine Legende des Darts, mischte sich jüngst ein und riet Littler zu einem Rückzug aus den sozialen Medien. Ob dieser Rat Früchte tragen wird, bleibt abzuwarten. Am Donnerstagabend steht für Littler und seine Familie die nächste Bewährungsprobe an: Er eröffnet den elften Spieltag der Premier League in Rotterdam gegen Gerwyn Price – in unmittelbarer Nähe zu van Veens Heimat. Die Fans werden alles andere als freundlich sein.
