Lipowitz: ullrich sieht deutschen tour-hoffnungsträger im podium

Barcelona fiebert dem Startschuss der Tour de France entgegen – und Jan Ullrich, der deutsche Held von 1997, sieht eine echte Chance für ein deutsches Podestplatz. Florian Lipowitz, der sensationelle Dritte der letztjährigen Frankreich-Rundfahrt, könnte seiner Rolle alsHoffnungsträger gerecht werden, so der ehemalige Tour-Sieger.

Ein teamwork, das überzeugt

„Das Podium ist definitiv wieder möglich“, erklärte Ullrich gegenüber Sport Bild. Lipowitz’ Leistung im Frühjahr, gepaart mit seinem souveränen Sieg in der Slowenien-Rundfahrt, lässt aufhorchen. Entscheidend wird sein, wie er die anspruchsvolle erste Woche übersteht. Besonders vielversprechend scheint auch die Zusammenarbeit mit Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel im Team Red Bull-Bora-hansgrohe. „Im Frühjahr hat man gesehen, dass Remco bereit war, für Florian zu arbeiten – und am Ende zählen sowieso die Beine, egal wer die Kapitänsrolle hat. Ich persönlich glaube, Florian ist stärker.“

Offiziell gehen beide Fahrer als gleichberechtigte Kapitäne ins Rennen, doch Ullrichs Einschätzung lässt keinen Zweifel daran, dass er Lipowitz’ Potential höher einschätzt. Er sieht in dem 27-Jährigen einen möglichen Nachfolger seiner selbst, ein Kommentar, der die Erwartungen an den jungen Radprofi weiter schürt. „Er befindet sich erst im siebten Jahr als Radprofi – das bedeutet, er hat noch viel Luft nach oben. Er hat noch nicht seinen Zenit erreicht und profitiert von einem hervorragenden Team.“

Pogacar und vingegaard im duell der giganten

Pogacar und vingegaard im duell der giganten

Dieses Jahr wird es für Lipowitz vermutlich schwer, ganz oben anzugreifen. Titelverteidiger Tadej Pogacar und sein ärgster Rivale Jonas Vingegaard haben sich in der bisherigen Saison in beeindruckender Form präsentiert. Doch Ullrich hofft auf ein spannendes Duell der beiden Ausnahmesportler. „Ich würde Jonas Vingegaard keinesfalls unterschätzen. Er ist ein exzellenter Fahrer, der Pogacar gefährlich werden kann. Sein souveräner Gewinn der Giro d’Italia, gefolgt von gezieltem Höhentraining, könnte sich auszahlen.“

Die beiden schweben über den anderen, so Ullrich. Die Frage ist nicht, wer gewinnt, sondern wie knapp das Rennen wird. Lipowitz wird versuchen, sich in der Spitzengruppe zu positionieren und seine Chance zu nutzen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ob er tatsächlich das Podium erreicht, bleibt abzuwarten, aber die Hoffnung stirbt zuletzt – insbesondere, wenn ein Mann wie Jan Ullrich an einen glaubt.