Lipowitz & evenepoel: tour de france in gefahr?
Barcelona fiebert bereits dem Start der Tour de France entgegen, doch im deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe herrscht kurz vor dem größten Radrennen des Jahres ungewisse Stimmung. Kann Florian Lipowitz, nach seinem Podiumsplatz im Vorjahr, Tadej Pogacar wirklich herausfordern, oder trübt ein drohender Konflikt die Vorbereitung?

Evenepoels riskantes manöver: belgische meisterschaft oder tour de france?
Der belgische Superstar Remco Evenepoel, Neuzugang im Team und geplanter Co-Kapitän neben Lipowitz, steht vor einer Zerreißprobe. Die belgische Straßenmeisterschaft am 28. Juni ist für Profis Pflicht – doch Evenepoel denkt ernsthaft über einen Startauszug nach. Ein riskantes Spiel, das ihm eine Sperre von neun Tagen einbringen könnte. Massimo Van Lancker, Sportdirektor des belgischen Verbandes, ließ keine Zweifel: „Es gibt keine Ausnahmen.“
Die Problematik ist klar: Eine Sperre von neun Tagen würde Evenepoel den Start in Barcelona verpassen, da die Tour de France dort am 6. Juli beginnt. Doch Evenepoel ist nicht der erste belgische Radprofi, der versucht, der obligatorischen Meisterschaft auszuweichen. In der Vergangenheit kamen Halsschmerzen (2022), Knieprobleme (2022) oder Magen-Darm-Erkrankungen (2023) als Ausreden – und wurden meistens akzeptiert. Wird Evenepoel versuchen, diesen Trick zu wiederholen?
Teamchef Ralph Denk scheint jedoch entspannt. „Ein normales Attest sollte Sicherheit bringen“, erklärte er bei einer Medienrunde. Er betonte, dass sowohl Lipowitz als auch Evenepoel „gleichberechtigt“ in die Tour gehen und die Rennen entscheiden werden. „Die werden beide ihre Position haben am Rennen und schlussendlich wird der Tag auch irgendwann kommen, wo die Beine entscheiden.“ Gerade im Mannschaftszeitfahren durch Barcelona könnte Evenepoel frühzeitig das Gelbe Trikot erobern und so die Situation entschärfen.
Die Situation ist delikat. Ein verpasster Start der Tour de France wäre für Evenepoel ein herber Rückschlag und würde dem deutschen Team einen empfindlichen Schlag versetzen. Ob der Belgier bereit ist, dieses Risiko einzugehen, bleibt abzuwarten. Ein normales Attest könnte die Krise entschärfen, doch die Vergangenheit zeigt, dass die belgischen Radsportverbände manchmal kulanter sind, als ihr Ruf vermuten lässt.
Die nächsten Tage werden entscheidend sein. Bleibt zu hoffen, dass ein Kompromiss gefunden wird und beide deutschen Hoffnungsträger, Lipowitz und Evenepoel, gemeinsam an den Start gehen können. Denn eines ist klar: Ohne Evenepoel verliert das deutsche Team einen wichtigen Helfer im Kampf gegen Pogacar.
