Lipowitz brennt pogacar auf die hacken – podest in romandie fast klar

Florian Lipowitz hat Tadej Pogacar nicht nur die Schuhe angeglüht, sondern sich selbst ein Ticket für die Tour-de-France-Gesamtwertung geschrieben. Beim vierten Schlagdurchgang der Tour de Romandie kapitulierte der 25-jährige Deutsche erst 900 Meter vor dem Ziel – und schickte den Rest des Fahrerfeldes auf die harte Schulbank.

Pogacars mantra: früher druck, später sieg

149,6 Kilometer, drei Mal Jaunpass, 3.000 Höhenmeter – die Zahlen lasen sich wie ein Alptraum für jeden Hobbyradler. Für Lipowitz waren sie ein Leistungsnachweis. Als Pogacar 63 Kilometer vor dem Ziel erstmals die Ketten schmiss, antwortete der Bayern nur mit einem Nicken. „Ich habe die Augen zugemacht und gedacht: Jetzt oder nie“, sagte er später, 14 Sekunden hinter dem Slowenen und eineinhalb Minuten vor der Konkurrenz.

Die Tempoverschärfung auf über 6 W/kg war kein bloßer Angriff, sondern eine Kriegserklärung an jedes Bein mit deutschem Pass. Lipowitz’ Pulsmesser schrie, die Beine aber blieben stur. Erst der letzte Kilometer mit 11 % Steigung riss ihn ab – doch die Devise lautete: verlieren mit Stil statt kollabieren mit Kollateralschaden.

35 Sekunden, die die saison verändern können

35 Sekunden, die die saison verändern können

In der Gesamtwertung trennen die beiden nur noch 35 Sekunden – ein Handtuchwurf in der Welt des modernen Radsports. Drei Podestplätze in drei World-Tour-Rundfahrten hintereinander wären für Lipowitz nicht nur ein privater Dreifachcoup, sondern die deutliche Ansage an alle, die ihn noch als reine Kletterhilfe für Jai Hindley bei BORA-hansgrohe eingeplant hatten.

Am Sonntag geht’s nach Leysin: 14,3 km, durchschnittlich 5,9 %, aber mit Rampen bis 12 %. „Dort werde ich nicht rechnen, sondern fahren“, sagt Lipowitz. Die Rechnung ist dennoch simpel: bleibt er vorne, darf er sich auf dem Podest von Sion die Blumen selbst aussuchen.

Die Botschaft an Ineos, UAE und Visma-Lease a Bike: ein Deutscher mit Tritt, der sich nicht mehr versteckt. Die Botschaft an die deutschen Fans: Nach Jan Ullrich war lange Ruhe – sie ist vorbei.