0:6-Blamage! eilenburg versinkt im eigenen strafraum

Der FC Eilenburg hat sich selbst abgeschossen. 0:6 gegen Greifswald – die höchste Pleite der Saison, serviert vor eigenem Publikum. Die Nordsachsen wirkten wie ein Juniorteam, das versehentlich in der Regionalliga landete.

Schon nach fünf minuten war die partie gelaufen

Soufian Benyamina köpfte zum 1:0, und was dann folgte, war keine Partie mehr, sondern eine Demonstration hilfloser Defensivarbeit. Osman Atilgan durfte nach einem katastrophalen Ballverlust ungestört zum 2:0 einschieben. Die Eilenburger Abwehr stand wie verlorene Touristen, der Mittelfeldanker fehlte komplett.

Michael Schlicht schenkte Vogt das 3:0 ein, kurz vor der Pause war die Luft raus. Corvin Kosak vergab die einzig echte FCE-Chance, sein Schuss aus fünf Metern flog weit am langen Pfosten vorbei – sinnbildlich für die Lethargie des Tages.

Greifswald spielte nur noch halb ernst

Greifswald spielte nur noch halb ernst

Nach dem Seitenwechsel probierte Karsten Oswald’s Mannschaft verzweifelt, das Gesicht zu wahren. Marc Niemitz scheiterte an Jannis Farr, der auf der Linie klärte. Drei weitere Großchancen folgten, doch kein Ball wollte rein. Die Moral war gebrochen, die Beine schwer.

Dann kam der Doppelschlag: Bolufe Bokake und Lukas Lämmel binnen 60 Sekunden – 0:5. Benyamina setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt, nachdem er sich gegen vier Gegenspieler durchgemogelt hatte. Ein Solo, das die ganze Saison der Nordsachsen in einem Bild zusammenfasst.

Die Rechnung ist gnadenlos: Eilenburg bleibt nur dann in der Regionalliga, wenn der NOFV-Meister aufsteigt und Magdeburg absteigt. Dann müsste die U23 des FCM runter. Eine Konstruktion, die so klapprig ist wie die Eilenburger Abwehr.

Am Freitag geht’s nach Leipzig, eine Woche später empfängt der Club den Halleschen FC. Zwei Spiele, ein letztes Aufbäumen. Aber mit dieser Einstellung sind die Nordsachsen nur noch ein Statist. Der Strafraum wurde zur Boxengasse, und Greifswald ist längst über’n Berg.