Lichtlein glänzt vergeblich: füchse kassieren k.o. in magdeburg

Ein Mann, sieben Punkte – und trotzdem liegt am Ende nur der Kummer. Nils Lichtlein lieferte beim 33:35 in Magdeburg eine Vorstellung ab, wie sie selbst Alfred Gislason vor Jahren selten gesehen hat. Vier Treffer, drei Assists, ein Ruck durch die Reihen der Füchse. Doch die Meisterschaft wird wohl ohne die Berliner vergehen.

Die GETEC-Arena bebte schon beim Warm-up. 30.000 Ticketwünsche, 6.300 Zuschauer, ein Hallenboden, der vor Anpfiff vibrierte wie ein Basslautsprecher. Dann ging Lichtlein ans Werk. Linkshand-Dreher, Tempogegenstoß, Kreuzung mit dem Kreis – alles drin. In der 52. Minute schraubte er die Füchse auf 30:29 heran, seine Schlagzahl lag bei 180 Schlägen pro Minute. Es sah nach der Trendwende aus.

Die rote karte, die alles kippte

Die rote karte, die alles kippte

Doch dann griff Matthias Musche ins Rad. Videobeweis, Rote Karte, 59:47 Minuten Spielzeit. „Ich wollte werfen, Matze langt rein – unglücklich“, sagt Lichtlein, ohne Muschels Namen mit Nachdruck zu erwähnen. Der Schlagabtausch mit Felix Claar Sekunden zuvor war schon ein Statement gewesen: Ich lasse mir hier nichts nehmen. Stattdessen bekam er die Entschuldigung direkt auf dem Feld und später an der Bank. „Er hat gesagt, er dachte nicht an Verletzung. Alles gut.“

Die Zahlen sind gnadenlos: Nach Musches Platzverweis dreht Magdeburg eine 29:30- in eine 35:33-Führung. Die Füchse kassieren in sechs Minuten sechs Gegentore, treffen nur dreimal. Die Titelverteidigung lebt nur noch rechnerisch – bei vier ausstehenden Spielen beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Flensburg sieben Punkte.

Lichtlein stapfte mit blutender Lippe und einem blauen Fleck auf dem Rücken durchs Mixed-Zone-Tunnel. „Einmal bin ich einfach nur auf den Rücken gefallen. Der Aufprall war schmerzhaft“, sagt er leise. Die Stimme zittert nicht, aber die Hände schon. Der 23-Jährige weiß: Seine Saison-Show wird zur Nebensache.

Am Ende steht ein Spieler da, der alles gab – und eine Mannschaft, die am Rand der Krise steht. Die Füchse verlieren zum dritten Mal in Folge, das Punktepolster auf Platz sechs schmilzt auf zwei Zähler. Die Meisterschaft? „Wir schauen jetzt nur noch auf uns“, sagt Lichtlein. Die Worte klingen wie ein Abschied von der Titelverteidigung.