Mbc springt auf relegationsplatz – vechta rutscht raus

Weißenfels wird zur Falltür für Vechta. Der Syntainics MBC dreht in der Rückrunde auf, schlägt Rasta Vechta 90:82 und klettert mit dem dritten Sieg in Folge endgültig aus dem Keller. Die Niedersachsen dagegen verlieren erstmals seit der Länderspielpause – und landen auf Platz zwölf.

Reaves entzaubert vechtas defense

Spencer Reaves ist kein All-Star, aber heute spielt er wie einer. Der US-Guard versenkt 19 Punkte, verteilt 6 Assists und zieht die Veilchen mit Step-back-Dreiern in den Wahnsinn. „Wir haben endlich gelernt, dass Härte kein Talent ist, sondern eine Entscheidung“, sagt Head Coach Milenko Bogicevic nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft entscheidet sich für Intensität, erzwingt 16 Ballverluste und verwandelt fast jeden zweiten Dreier. Die Halle tobt. 3.200 Zuschauer skandieren „Keller-Kinder raus!“ – und meinen damit jetzt die Hamburger.

Denn mit dem 15. Platz springt der MBC erstmals seit Wochen über die Veolia Towers. Hamburg muss nun zusehen, wie der direkte Konkurrent die Play-in-Luft anatmet. Die Rechnung ist simpel: MBC bei 22:31 Punkten, Hamburg bei 21:32. Ein Sieg Vorsprung, aber psychologisch eine Wucht.

Vechta verpasst play-in-vorentscheidung

Vechta verpasst play-in-vorentscheidung

Rasta Vechta kam mit vier Siegen im Gepäck, wollte den nächsten Schritt Richtung Play-in machen. Doch die Defense löst sich wie ein Kartenhaus in der dritten Viertelpause. Tevin Brown trifft zwar 18 Punkte, doch seine Mitspieler verpassen 13 der letzten 14 Würfe. Lars Thiemann sieht in der Zone doppelt und dreifach Teams, kassiert 5 Turnovers. „Wir haben die Rebounds verschenkt, die Dreier versenkt und am Ende die Nerven verloren“, sagt Coach Thomas Päch. Der Zwölfte Platz ist kein Abstiegsplatz, aber die Play-in-Träume sind plötzlich wieder fern.

Die Tabelle oben drüber bleibt eng wie ein Reißverschluss. Chemnitz hält Platz zehn mit 22:17, Bayreuth und Bonn lauern dahinter. Für Vechta heißt es nun: Siegen gegen Göttingen und Ulm, sonst wird es eng. Für den MBC ist die Luft erstmal wieder atembar. „Wir haben nichts erreicht, aber endlich wieder etwas zu verteidigen“, sagt Bogicevic. Die nächste Woche wird zeigen, ob der Aufschwung echt ist oder nur ein Strohfeuer. Die Fans in Weißenfels glauben wieder – und das ist schon mal mehr wert als jede Statistik.