Alba-frauen demolieren herne und schicken osnabrück ins berliner hexenkessel
73:54 – ein K.o. in Sömmeringblau. Die Basketballerinnen von Alba Berlin haben Herner TC am Freitagabend nicht einfach besiegt, sie deklassierten sie mit der Coolness eines Teams, das weiß: Jetzt geht’s um Ruhm, nicht um Punkte.
Stammberger erwischt den frühen flow
Tessa Stammberger brauchte keine fünf Minuten, um die Sömmeringhalle in einen einzigen Brüllwürfel zu verwandeln. Ihr Dreier zum 14:4 war kein normaler Score, sondern eine Kampfansage – und gleichzeitig die Genugtuung nach Wochen, in denen die Albatrosse zwischen Tabellenmittelfeld und Playoff-Zone hin- und hergerissen waren. Die 15 Punkte der Shooting Guard waren nur die Spitze eines Eisbergs aus Tempo, Pressing und zweiten Chancen.
Die Berliner holten 15 Offensiv-Rebounds, verwandelten fast jeden zweiten Ballbesitz nach einem eigenen Fehlwurf in neues Leben. Herne stand oft noch in der eigenen Verteidigung, während Alba bereits wieder zog. Die 24-Punkte-Marke (58:34) war keine Lücke, sondern ein Grab. Nur von der Freiwurflinie flirrte es: 61,5 % – das einzige Makel an einem sonst makellosen Abend.

Platz vier bedeutet mehr als nur heimrecht
Mit dem Sieg ziehen die Hauptstädterinnen auf Rang vier – und damit in eine Playoff-Konstellation, die sie selbst noch vor zwei Wochen als unrealistisch abgehakt hatten. Gegen die Panthers Osnabrück bekommt Alba nicht nur das letzte Wort, sondern auch den letzten Weg zur Halle. Die Serie startet in der Sömmeringstraße, wo in dieser Saison schon Bundesliga-Spitzenreiterinnen strauchelten.
Die Osnabrückerinnen gewannen beide Vergleiche in der Hauptrunde – aber das war vor dem Umbruch, bevor Alba auf Small-Ball umstellte und vor der Verpflichtung der litauischen Centerin Galdikaitė, die seit Februar die Defense stabilisiert. Die Bilanz: 8 Siege in 10 Spielen, 68 % Feldwurfquote im Viertelviertel. Zahlen, die die Panthers kennen.
2.043 Fans feierten am Freitag jeden Korb wie ein Finale. Die Halle kochte, die Tamburines drohnten, und selbst die obligatorischen „Al-ba-Ber-lin“-Rufe klangen nicht nach Routine, sondern nach Vorsicht für den Gegner. Tickets für Spiel 1 am Mittwoch sind seit Samstagmittag ausverkauft, in Fanforen kursieren schon Szenarien für ein mögliches Spiel 5 – ein Szenario, das Berlin nur dann braucht, wenn Osnabrück am Boden bleibt.
Trainer Luka Pavic verriet nach dem Abpfiff kaum mehr als ein knappes Lächeln: „Wir haben jetzt keine Zeit mehr für Metaphern. Die Playoffs beginnen im Kopf – und unserer steht in Berlin.“ Kein Satz für Twitter, aber einer, den sich jede Spielerin auf die Schuhe schreiben kann.
Die Serie beginnt am 1. April. Die Albatrosse sind bereits auf Krawall gebürstet. Osnabrück mag die Favoritin sein – doch der erste Schlag kommt aus dem Hexenkessel an der Sömmering, und der hallt lange nach.
