Leverkusen verspielt 0:2 und 2:3 – heidenheim ertränkt den meister in 180 sekunden
Der Tabellenletzte lacht, die Champions-League-Kandidaten zittern. Bayer Leverkusen versenkte sich selbst im Voith-Arena-Wahnsinn, versenkte zweimal einen Ball ins Heidenheimer Netz – und kassierte am Ende doch nur ein 3:3, das sich anhört wie eine Drohung.

Die schizophrenie der werkself in sechs akten
Tillman köpft, Schick schießt, Leverkusen tanzt. Führung, Spielkontrolle, Mitte des Rasens gehört nur noch der Elf von Xabi Alonso. Dann kommt die 56. Minute. Behrens trifft, das Stadion erinnert sich an die 0:6-Geschichte vom Hinspiel und flüstert: „Jetzt oder nie.“
Die Antwort folgt auf dem Silbertablett eines Elfmeters. Pieringer, erst sieben Minuten auf dem Feld, erzielt das 2:2. Leverkusen schaltet nicht herunter, aber es vergisst, dass 90 Minuten lang auch verteidigt werden muss. Schick trifft erneut, doch Pieringer antwortet prompt. 3:3, Schlusspfiff, Schweigen im Block der Gäste.
Heidenheims Geschäftsführer Sanwald hatte zur Pause „nicht gut genug“ gemurmelt – am Ende reicht es für die erste Saison-Niederlage der Werkself seit 14 Spielen zu verhindern. Die Zahlen sind gnadenlos: viertes Remis in Serie, Platz fünf, nur zwei Punkte Vorsprung auf Leipzig. Die Champions-League-Türe quietscht.
Leverkusen dominierte 62 % Ballbesitz, erzielte 1,8 xG – und kassierte trotzdem drei Gegentore gegen das Team mit der schlechtesten Offensive der Liga. Die Statistik lügt nicht: Alonso-Elf verliert 20 % ihrer Punkte nach Führungen, Spitzenwert unter den Top-7-Klubs.
Frank Schmidt sagt nach Abpfiff: „Wir wollten keine Schinderei mehr erleben.“ Seine Mannschaft lieferte stattdessen eine Kampfansage ab. Für Leverkusen bleibt die Erkenntnis: Wer zwei Tore verschenkt, muss am Ende um das dritte beten. Die Meistertruppe von 2025? Sie steckt fest zwischen Anspruch und Realität.
