Levante reicht zwangs-winterschlaf: castro riskiert losada-gehirn wegen playoff-druck

Zwei Tage nach dem glanzlosen Sieggegen Real Oviedo kehrt der Levante-Trainingsplatz in Paterna zum Arbeiten zurück – und gleich bleibt ein ganzes Quintett fehlt. Iker Losada, der Leihspieler von Real Betis, stapft nicht mit dem Rest über den Rasen. Der Galier ist im Gehirnerschütterungs-Protokoll gefangen, nachdem er Samstagabend 20 Minuten lang mit pochendem Schädel weiterspielte, bis Trainer Luis Castro bemerkte: Der Mittelfeld-Stratege reagiert verspätet, spricht undeutlich. Er tauscht ihn aus. Losada selbst hatte noch „mir geht’s gut“ gemurmelt; Sekunden später bezeichnete er das Gefühl als „Hammer auf den Hinterkopf“. Kein Krankenwagen, keine Klinik – nur ein gradueller Wiedereinstieg in dieser Woche.

Castro zählt internationale reisende

Castro zählt internationale reisende

Parallel fehlen fünf Auswahlkräfte. Mathew Ryan fliegt mit Australien durch Asien, Etta Eyong räumt mit Kamerun Afrikas Quali, Kervin Arriaga kickt für Honduras, Tay Abed läuft für Israels U21 auf und Paco Cortés bereitet sich mit Spaniens U19 auf die EM vor. Das Training reduziert sich auf Reserve und Jugend, während Castro eine knappe 48-Stunden-Frist hat, um seine Startelf für Alcorcón zu stabilisieren.

Die Nummer steht: Mit Losada als Doppelsechs gewann Levante fünf der letzten sieben Partien. Ohne ihn droht die Rückkehr zu jener Zerfaserung, die die Mannschaft Anfang Oktober auf Platz zwölf abrutschen ließ. Castro weiß, dass jedes weitere Versäumnis die Playoff-Plätze versieben lässt. Er wird den Spanier nicht forcieren – aber er wird ihn brauchen.

Der Klub schweigt zu konkreten MRI-Befunden, spricht nur von „Symptom-Monitoring“. Die Liga verlangt bei Gehirnerschütterung mindestens sechs ruhige Tage, danach Stufentest. Das heißt: Sollte Losada am Samstag noch Kopfschmerzen melden, fliegt er automatisch aus dem Kader. Castro hatte nach Abpfiff betont, „wir handeln Protokoll-konform“. Intern sickerte durch: Der Coach war es, der den Medizinern zupfiff – nicht andersherum.

Die spanische Fußballunion beobachtet den Vorfall, weil eine mögliche Verletzung der Richtlinie 2014/16 vorliegt: Spieler mit Verdacht auf Gehirnerschütterung müsste sofort vom Platz. Dass Losada weiterspielte, wirft Fragen auf. Eine Geldstrafe gegen den Klub wäre die mildeste Konsequenz; ein Punktabzug die denkbare Eskalation.

Während die juristische Abteilung Akten schreibt, rotiert der Ball weiter. Die Reserve-Duo-Zentrale aus Pepelu und Campaña trainiert mit Selbstvertrauen, doch beide vermissen Losadas vertikale Pässe – 71 Prozent der Vorstöße gingen zuletzt über ihn. Die Statistik lügt nicht: Ohne den 23-Jährigen schoss Levante nur 0,8 Tore pro Spiel, mit ihm 1,7.

Am Sonntag empfängt der Tabellendritte Alcorcón, selbst auf Playoff-Kurs. Sollte Losada fehlen, muss Castro entweder die Defensive verstärken oder das Mittelfeld umstellen. Beides schwächt die Offensive – und genau dort liegt die Saison-Bilanz: Wer jetzt stolpert, verliert den Anschluss an die Aufstiegsränge. Die Zeit läuft, der Kopf schmerzt – und irgendwo in Valencia pocht ein Hammer gegen die Playoff-Tür.