Lesnar beendet undertakers "streak": ein trauma für die wrestling-legende?

Vor zwölf Jahren erschütterte ein Moment die Wrestling-Welt: Brock Lesnar besiegte The Undertaker bei WrestleMania 30 und beendete damit dessen legendäre Siegesserie von 21 Jahren. Was damals als großer Augenblick für Lesnar gefeiert wurde, entpuppte sich für den Undertaker als traumatische Erfahrung, die ihn bis heute verfolgt.

Ein match, das schief lief

Die Niederlage selbst war ein kalkulierter Schachzug, ein inszenierter Moment für die WWE. Doch die Art und Weise, wie es geschah, war alles andere als geplant. Bereits früh im Kampf erlitt The Undertaker, damals 49 Jahre alt, eine schwere Kopfverletzung, verursacht durch einen scheinbar harmlosen Beinfeger außerhalb des Rings. Die Diagnose: eine schwere Gehirnerschütterung.

Von diesem Moment an war der „Deadman“ nicht mehr derselbe. Seine Bewegungen waren langsamer, sein Ausdruck orientierungslos. Trotzdem wurde das Match, aus Gründen der Storyline, noch etwa 20 Minuten fortgesetzt – eine Qual für alle Beteiligten, denn die Qualität des Kampfes litt enorm. Die Atmosphäre im Superdome von New Orleans war gedrückt, bevor Lesnar den Taker schließlich dreimal mit seinem Finisher F-5 bezwang.

Vergesslichkeit und trauma

Vergesslichkeit und trauma

Was hinter den Kulissen geschah, war noch beunruhigender. The Undertaker musste in einen Krankenwagen gebracht und ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wie heftig die Verletzung war, erzählte er erst fünfeinhalb Jahre später in einem Interview mit „Stone Cold“ Steve Austin. Er schilderte, dass er sich an nichts mehr erinnern konnte – weder an den Kampf selbst, noch an die Zeit davor. Seine letzte Erinnerung war ein Gespräch mit seiner Frau Michelle McCool um 15:30 Uhr. Danach folgte eine dunkle Leere, bis er sich in den Morgenstunden im Krankenhaus wiederfand und selbst seinen Namen vergessen hatte. Ein Erlebnis, das ihn traumatisch veränderte.

Vince mcmahons entscheidung

Vince mcmahons entscheidung

Ein weiterer Aspekt dieser Geschichte ist die Entscheidung von WWE-Boss Vince McMahon, The Undertaker verlieren zu lassen. Zunächst hieß es, der Undertaker selbst habe den Wunsch geäußert, seine Siegesserie zu beenden und Lesnar als Bezwinger zu wählen. Später räumte McMahon jedoch ein, dass die Entscheidung von ihm kam. Er argumentierte, dass es wichtig sei, dem Business etwas zurückzugeben, und dass Lesnar zu diesem Zeitpunkt am meisten davon profitieren konnte.

Ein fehler im rückblick?

Ein fehler im rückblick?

Im Nachhinein äußerte The Undertaker Kritik: Er hätte es lieber gesehen, wenn ein jüngerer Topstar wie Roman Reigns „The Streak“ gebrochen hätte. Die Erfahrung mit Lesnar verfolgte ihn weiterhin, wie die WWE-Doku „Undertaker: The Last Ride“ zeigte, in der er kurz vor seinem WrestleMania-Match gegen Bray Wyatt hinter den Kulissen von Selbstzweifeln geplagt war und von Triple H motiviert werden musste.

Ein vermächtnis in der hall of fame

Ein vermächtnis in der hall of fame

Trotz des traumatischen Erlebnisses setzte The Undertaker seine Karriere fort und wurde 2022 in die Hall of Fame aufgenommen. Heute ist er hinter den Kulissen aktiv. Während Lesnar, der selbst mit einem Sexhandels-Skandal zu kämpfen hatte, möglicherweise bei der diesjährigen WrestleMania seinen Abschied nimmt, bleibt das Trauma von WrestleMania 30 ein dunkler Fleck in der glorreichen Karriere des „Deadman“ – ein Beweis dafür, dass selbst im inszenierten Universum des Wrestling echte menschliche Tragödien stattfinden können.