Lehmann glaubt an arsenal: kann die abwehr den unterschied machen?

London – Jens Lehmann, der legendäre Torwart, sieht Arsenal als ernsthaften Kandidaten für den Champions-League-Triumph. Nach Jahren der Enttäuschung und dem verpassten Titel 2006 glaubt der frühere Nationalkeeper, dass die Gunners nun die nötige Stabilität und Qualität besitzen, um den Henkelpott zu holen. Doch der Weg nach Budapest ist noch lang und voller tückischer Gegner.

Die abwehr als schlüssel zum erfolg

Lehmann, der selbst 2006 im Finale gegen Barcelona mit einer frühen roten Karte Pech hatte, betont die Stärke der aktuellen Arsenal-Defensive. „Sie haben eine bessere Abwehr als Paris“, so Lehmann gegenüber dem Münchner Merkur/tz. Die Kombination aus Raya im Tor, Gabriel und Saliba in der Innenverteidigung sowie Declan Rice im defensiven Mittelfeld bilde eine „starke Achse“, die dem Team Sicherheit verleihe. Arsenal ließ in 14 Champions-League-Spielen nur sieben Gegentreffer zu – ein beeindruckender Wert, der auf eine gut organisierte und disziplinierte Defensive hindeutet.

Kai Havertz spielt dabei eine Schlüsselrolle im Offensivbereich. Lehmann sieht im deutschen Nationalspieler „einen super Spieler und sehr wichtig“, wenn er einmal in Form ist. Sein entscheidendes Tor am 37. Spieltag gegen Burnley, das die Meisterschaft besiegelte, zeige, dass Trainer Mikel Arteta ihm in wichtigen Momenten vertraut – mehr als Gyökeres.

Paris saint-germain: gefahr durch schnelligkeit und flexibilität

Paris saint-germain: gefahr durch schnelligkeit und flexibilität

Doch Lehmann warnt auch vor der Gefahr, die von Paris Saint-Germain ausgeht. Insbesondere die Schnelligkeit der Offensive um Weltfußballer Ousmane Dembélé sei eine große Bedrohung. „Und sie sind taktisch sehr flexibel. Deswegen haben sie auch gegen Bayern im Halbfinale gewonnen. Sie waren eben ein bisschen schlauer.“ Die PSG-Spieler sind bekannt für ihre individuelle Klasse und ihre Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen Nadelstiche zu setzen.

Die Tatsache, dass Arsenal erstmals seit 2004 wieder Meister ist, nehme dem Team „eine Menge Druck“ ab. „Wenn sie nicht Meister geworden wären, dann hätten sie das Endspiel unbedingt gewinnen müssen“, erklärt Lehmann. Das Finale in Budapest am Samstag (18.00 Uhr/ZDF und DAZN) ist somit eine Chance für Arsenal, eine lange Durststrecke zu beenden und den Titel zu holen, der dem Verein seit Jahren fehlt. Die Erinnerung an die bittere Niederlage gegen Barcelona im Jahr 2006 sitzt tief, doch dieses Mal scheint die Mannschaft besser gerüstet zu sein.

Die VAR-Technologie hätte 2006 möglicherweise eine andere Entscheidung gebracht, doch Lehmann betont, dass am Ende die Show zählt. „Niemand wollte ein Elf-gegen-Zehn in so einem Finale sehen.“ Die Gunners haben die Chance, Geschichte zu schreiben und den Champions-League-Titel nach London zu holen – ein Traum, der seit fast zwei Jahrzehnten schläft. Die Abwehrarbeit wird entscheidend sein, aber auch die Tagesform von Spielern wie Havertz kann den Unterschied ausmachen. Arsenal muss seine Chancen nutzen und zeigen, dass es bereit ist, den nächsten Schritt in der europäischen Spitze zu gehen.