Lebewohl, jamaica: eine sevillaer institution schließt nach 64 jahren
Ein stück heliópolis verschwindet
In Heliópolis, Sevilla, wo die Ecken Zeugen vergangener Jahrzehnte sind, ist eine Ära zu Ende gegangen. Die Bar Jamaica in der Avenida Padre García Tejero hat nach 64 Jahren Geschichte ihre Pforten für immer geschlossen. Pepi Montes, die Inhaberin, erzählte Consumidor Global von dieser einschneidenden Entscheidung. Es ist mehr als nur die Schließung einer Bar – es ist der Abschied von einem Stück Viertel, von unzähligen Kaffees, Lachern und gemeinsamen Erinnerungen.

Die geschichte der jamaica
Die Jamaica war mehr als nur ein Lokal. Sie war ein Treffpunkt für Studenten, Anwohner und leidenschaftliche Fans des Real Betis Balompié. Jede Wand, jede Theke birgt Geschichten. Von einer bescheidenen Kaffeestube mit einer einzigen Maschine und kleiner Küche entwickelte sich die Bar im Laufe der Jahre zu einem weitläufigen Lokal mit umfassender Gastronomie. Die enge Bindung zu Kunden und Mitarbeitern war stets ein zentraler Wert.

"Die jugend will dieses opfer nicht bringen"
Pepi Montes, die selbst im Jahr 1961 geboren wurde, als ihre Familie die Bar erwarb, erklärt die Gründe für ihre Entscheidung. “Es hat sich zum Schlechteren gewendet. Die jungen Leute wollen dieses Opfer nicht bringen, die Arbeitszeiten sind unmöglich und es gibt so viele Regeln, die alles erschweren. Das Geschäft hat mich verzehrt. Ich bin 64 Jahre alt und habe nicht mehr 20”, so Montes. Der Wandel in der Gastronomie und die persönlichen Belastungen führten letztendlich zu diesem Schritt.

Übergabe an barrabar’s
Trotz der Schließung unter ihrer Leitung geht es an der Jamaica weiter. Die Bar wird an die Gruppe Barrabar’s übergeben, die im Frühjahr die Nachfolge antreten wird. Pepi Montes betont, dass alle Mitarbeiter, einige mit über 38 Jahren Betriebszugehörigkeit, in dem neuen Unternehmen berücksichtigt werden und ihre Betriebszugehörigkeit respektiert wird. Dies zeigt ihren ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Wertschätzung.
Ein dank an heliópolis und betis
Mit einem Gefühl der Dankbarkeit blickt Pepi Montes auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. “Ich möchte meine unendliche Dankbarkeit an das Viertel Heliópolis und den Real Betis Balompié aussprechen.” Die Jamaica war ein Ort der Gastfreundschaft, wo sich jeder willkommen fühlte, egal ob jung oder alt. Die Bar erlebte die Höhen und Tiefen des Viertels, von Studentenalltag über Feierlichkeiten bis hin zu schwierigen Zeiten wie der Pandemie.
Die gründe für die schließung
Montes betont, dass die Schließung nicht auf schlechtes Management oder mangelnde Kundschaft zurückzuführen ist. Es gab immer Interesse an der Übernahme der Bar. “Meine Entscheidung war persönlich: Ich war erschöpft”, erklärt sie. Die schwierigen Arbeitszeiten, die strengen Vorschriften und das nachlassende Interesse junger Menschen an langen Arbeitszeiten im Gastgewerbe spielten ebenfalls eine Rolle. Die Jamaica hinterlässt ein Vermächtnis von Geschichte, Gemeinschaft und Tradition.
Ein vermächtnis bleibt bestehen
Mit der Schließung der Jamaica entsteht eine Lücke in Sevilla, aber auch ein bleibendes Erbe. Die Bar ist ein Beispiel dafür, wie ein Lokal mehr sein kann als nur ein Geschäft – ein Ort der Begegnung, der Erinnerungen schafft und ein Stück Stadtgeschichte bewahrt. Ein Ort, an dem die Zeit durch die Ecken gemessen wird, die Generationen überdauern.
