Lausanne hc verliert abwehr-bär baragano: brännström muss neue seite finden

Inaki Baragano fehlt. Punkt. Der 22-jährige Verteidiger, sonst fest an der Seite von Erik Brännström verankert, steht beim Lausanne HC plötzlich auf der Verletztenliste – und niemand weiß, wie lange. Das Sechste Playoff-Spiel gegen Genf-Servette wird er verpassen, vielleicht auch das Siebte. Die Saison könnte für ihn vorbei sein.

Fabian heldner rückt ins scheinwerferlicht

Fabian heldner rückt ins scheinwerferlicht

Coach Timo Helbling muss umbauen. Fabian Heldner, bisher vierte Paarung, übernimmt Baraganos Platz neben Brännström. Kein Neuling, aber auch kein Alltag: Heldner spielte in den ersten fünf Partien durchschnittlich 13:37 Minuten, Baragano 19:12. Die Differenz ist kein Detail, sie ist das Loch, das Lausanne stopfen muss.

Baragano war mehr als ein Sidekick. In 50 Saisonspielen erzielte er drei Tore, legte acht auf – bei nur 14 Strafminuten. Er schaltet schnell, trägt den Puck raus, blockt Schüsse wie ein Torhüter im Feldspieler-Trikot. Ohne ihn wird Brännström stärker doppelt, die gesamte erste Box fängt sich mehr Druck. Genf-Servette hat das gemerkt und in Spiel fünf 41 Schüsse abgefeuert, die höchste Zahl der Serie.

Die Verletzung bleibt offiziell ein Geheimnis. „Untere Körperhälfte“ lautet die lapare Formulierung aus dem Lager – ein Begriff, der alles von Prellung bis Kreuzband sagen kann. Baragano selbst schwieg nach dem fünften Spiel, nur sein Blick, als er die Kabine verließ, verriet: Es ist ernst. Physiotherapeut Marc Stehrenberger und sein Team arbeiten in Schichten, doch Eisbehandlung und Tape können keine Playoffs retten.

Lausanne steht vor der Zerreißprobe. Mit 2:3 liegt der LHC in der Serie zurück, ein Ausscheiden wäre das zweite Jahr in Folge vor dem Viertelfinale. Die nächsten 60 Minuten im Patinoire de Malley werden zeigen, ob Heldner und Brännström die Lücke zu dritt stopfen können – oder ob Baraganos Ausfall zum entscheidenden Handicap wird. Die Uhr tickt. Die Saison auch.