Laliga-start: streit schürt groll – spielergesundheit vernachlässigt?

Ein Rechtsstreit hat entschieden: Die nächste LaLiga-Saison beginnt am Wochenende des 15. und 16. August. Doch die Entscheidung des Gerichts hat für heftige Kritik und Unmut im Lager der Spielervereinigung AFE gesorgt, die auf einen späteren Saisonstart gehofft hatte.

Kurze vorbereitung, große belastung

Die AFE wirft LaLiga und den spanischen Fußballverband (RFEF) vor, die Gesundheit der Spieler zu vernachlässigen. Eine so verkürzte Vorbereitungszeit sei angesichts der anstehenden, extrem anstrengenden Saison – mit nationalen und internationalen Wettbewerben, einschließlich der Weltmeisterschaft – schlichtweg unzureichend. „Die wirtschaftlichen Interessen scheinen über das Wohl der Spieler zu stehen“, so ein Sprecher der AFE.

Besonders bitter ist für die Spielervereinigung, dass sich die RFEF eindeutig auf die Seite von LaLiga gestellt hat. Das ist umso verständlicher, da viele der betroffenen Spieler auch für die spanische Nationalmannschaft spielen, deren Spiele wiederum vom RFEF organisiert werden. Ein Interessenkonflikt liegt auf der Hand.

LaLiga hingegen sieht die Entscheidung als positiv. „Wir waren davon überzeugt, dass dieser Kalenderentwurf sowohl für die Stabilität der Liga als auch für den Schutz der Rechte aller Vereine und Spieler tragfähig ist“, hieß es in einer Stellungnahme. Die erste Spielrunde wird aufgrund der Weltmeisterschaft nicht komplett ausgetragen. Mannschaften, deren Spieler bis mindestens ins Viertelfinale des Turniers vordringen, beginnen ihre Saison erst zehn Tage später, also zwischen dem 26. und 27. August.

Die Entscheidung ist ein deutliches Zeichen für die Spannungen zwischen den verschiedenen Interessengruppen im spanischen Fußball. Während LaLiga und die RFEF die sportlichen und wirtschaftlichen Aspekte in den Vordergrund stellen, mahnt die AFE zur Besonnenheit und fordert mehr Rücksicht auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Spieler. Der Startschuss für die neue Saison mag gefallen sein, doch der Streit um die Rahmenbedingungen ist noch lange nicht beigelegt.

Ein teufelskreis aus profit und leistung?

Ein teufelskreis aus profit und leistung?

Die Frage, ob die verkürzte Vorbereitungszeit die Leistung der Spieler negativ beeinflussen wird, bleibt offen. Doch eines ist sicher: Der Druck auf die Athleten wird enorm sein. Die Kombination aus intensiven Spielen, langen Reisen und der Notwendigkeit, sich auf verschiedene Wettbewerbe einzustellen, birgt ein hohes Verletzungsrisiko. Ob die spanische Liga die Folgen dieser Entscheidung in der kommenden Saison zu spüren bekommen wird, wird sich zeigen müssen.