Dzeko führt bosnien zur wm – ein märchen schreibt seine eigene geschichte
Ein Arm in Gips, ein Herz voller Stolz: Edin Dzeko, der bosnische Fußballheld, hat sein Land in die WM-Qualifikation geführt. Nach einer Karriere auf höchstem Niveau – von Wolfsburg über Manchester City bis hin zu Rom und Inter – scheint der 40-Jährige seine letzte, vielleicht größte, Glanzleistung im Trikot seiner Heimat zu zeigen.
Der weg zurück: dzekos entscheidung für schalke und die nationalmannschaft
Dzekos Wechsel zur deutschen Zweitklassigkeit im Januar mag überraschen, war aber wohl ein kalkuliertes Risiko. „Ich war nicht zufrieden“, gestand er in einem Interview, „Ich brauchte mehr Spielzeit, um mich auf die entscheidenden WM-Qualifikationsspiele vorzubereiten.“ Diese Strategie zahlte sich aus. Mit sechs Toren und drei Vorlagen trug er maßgeblich zum Aufstieg des FC Schalke 04 bei, doch seine wahre Bestimmung fand er im bosnischen Nationalteam.
Die Reaktionen auf Bosniens WM-Qualifikation waren euphorisch. Auf den Straßen von Sarajevo herrschte Party, ein Beweis für die immense Bedeutung des Erfolgs für das Land. Doch der Triumph war hart erkämpft. Entscheidende Momente in den Playoff-Spielen gegen Wales und Italien zeigten Dzekos unerschütterlichen Willen und seine Führungsqualitäten. Ein später Ausgleichstreffer gegen Wales, ein Elfmeter zum Sieg gegen Italien – Dzeko war überall.
„Es ist normal, dass Dimarco und Vicario dachten, es sei einfacher, gegen uns zu spielen als gegen Wales“, kommentierte Dzeko selbstironisch die italienische Wahrnehmung. „Aber Italien hatte enormen Druck, ihr drittes WM-Turnier in Folge zu verpassen. Die Medien haben sie zusätzlich belastet.“

Jugend und erfahrung: dzekos rolle als mentor
Dzeko ist nicht nur ein Torschütze, sondern auch eine Inspiration für die jüngere Generation bosnischer Fußballer. Als Kapitän übernimmt er eine Vorreiterrolle, teilt sein Wissen und seine Erfahrung. „Ich bin der älteste Spieler und als Kapitän habe ich eine größere Verantwortung“, erklärt er. „Wenn eine neue Generation junger Spieler kommt, musst du sie auf die richtige Weise führen.“
Besonders hervorhebt Dzeko zwei Talente: Tarik Muharemović, den er sich beim Inter Mailand vorstellt, und Kerim Alajbegović, dessen „Persönlichkeit und Unverfrorenheit“ durch seine Elfmeter gegen Wales und Italien demonstriert wurde. Die Zukunft des bosnischen Fußballs scheint in guten Händen.
Ob Dzeko selbst noch einmal ein solches Turnier erleben wird, bleibt abzuwarten. „Jeder hat ein Ende“, räumt er ein. „Vielleicht ist meines bald.“ Doch bis dahin genießt er den Moment und führt sein Team mit Leidenschaft und Erfahrung in die neue WM-Saison. Die Gruppenauslosung hat Bosnien in Gruppe B mit Kanada, Katar und der Schweiz platziert. „Wir sind glücklich, wieder dabei zu sein. Die Schweiz ist natürlich der Favorit, aber wir werden für Platz zwei oder drei kämpfen.“
Mit 73 Toren ist er Rekordtorschütze seines Landes. Nach der WM wird er sich wohl zurückziehen. Sein Vermächtnis ist jedoch unsterblich. Edin Dzeko, der Mann mit dem Arm in Gips, hat ein Märchen geschrieben – ein Märchen, das die Herzen der bosnischen Fans für immer in Erinnerung behalten wird.
