Laliga: tebas entstellt real madrid – und kündigt var-reformen an!
Madrid – Javier Tebas, der Präsident der spanischen Fußballliga LaLiga, hat in einer explosiven Pressekonferenz nach der Präsentation des „Red de Ciudades de LaLiga“ kein Blatt vor den Mund genommen. Neben der Anti-Hassrede-Initiative, die in Kooperation mit dem spanischen Städte- und Provinzialverband (FEMP) ins Leben gerufen wurde, lieferte Tebas scharfe Kritik am Real Madrid und kündigte grundlegende Änderungen beim Video Assistant Referee (VAR) an.
Ein netzwerk gegen intoleranz
Die „Red de Ciudades de LaLiga“ soll gemeinsam mit den 42 LaLiga-Klubs, der Liga selbst und den 37 Städten, in denen Profifußball gespielt wird, gegen Diskriminierung und Hass vorgehen. Ziel sind Schulungen für Kommunalbeamte zu Themen wie Rassismus, Mobbing und Kinderschutz, die in den kommenden acht Monaten in den Städten durchgeführt werden sollen. Die FEMP wird dabei als 38. Stadt fungieren und die Reichweite der Initiative verstärken. LaLiga plant zudem, ihre Sensibilisierungskampagnen an die Kommunen zu übergeben und eigene Sensibilisierungstreffen zu organisieren.
„Wir haben in Barcelona bereits ein solches Treffen veranstaltet, das ein voller Erfolg war“, betonte José Montero, der Leiter für Öffentlichkeitsarbeit von LaLiga. „Es gibt noch viel zu tun, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“

Tebas’ abrechnung mit real madrid
Nach der Präsentation ließ Tebas seine Verärgerung über die ständigen Beschwerden des Real Madrid deutlich werden. „Ich bin von nichts mehr überrascht, was den Real Madrid angeht. Sie beschweren sich jetzt, und werden bald über etwas anderes schimpfen“, äußerte sich Tebas sarkastisch. Er warf dem Verein vor, nicht an einem gemeinsamen Modell der professionellen Liga interessiert zu sein, in dem koordinierte Maßnahmen im Vordergrund stehen. „Der Real Madrid scheint zu denken, LaLiga sei nur der Real Madrid und 19 andere Klubs“, kritisierte Tebas.
Auch die Forderung nach einer Sperre für Andrada aufgrund seines unsportlichen Verhaltens stieß bei Tebas auf harsche Kritik: „Das ist eine absolute Frechheit! Die Strafe sollte so hoch wie möglich ausfallen.“

Var-umbruch und geplatzter ligastart
Tebas kündigte eine umfassende Überprüfung des VAR-Systems an. „Es müssen viele Dinge geändert werden“, sagte er. Er plädierte für ein „Video Support“-Modell, das im Frauenfußball und in der dritten Liga bereits erfolgreich eingesetzt wird. Die Einführung des automatischen Abseits erkannte er als ersten Schritt, betonte aber, dass dies noch lange nicht ausreichend sei. Zudem soll künstliche Intelligenz bei der Auswahl der Schiedsrichter eingesetzt werden, um die Objektivität zu erhöhen.
Bezüglich des Ligastarts am 15. August betonte Tebas, dass alle Spieler die vertraglich vereinbarten 21 Tage Urlaub erhalten würden. Die erste Spielrunde werde aufgeteilt, um den Spielern ausreichend Zeit zur Vorbereitung zu geben. „Wir haben eine Studie durchgeführt und festgestellt, dass die meisten Spieler nach dem Ende der Weltmeisterschaft am 28. Juni fit für den 14. August sind“, erklärte Tebas.
Die Frage, warum die Liga den Ligastart in diesem Jahr verschieben könne, während dies im Vorjahr beim Spiel Real Madrid gegen Osasuna abgelehnt wurde, beantwortete Tebas mit dem Hinweis auf die unterschiedlichen Umstände: „Im Vorjahr handelte es sich um 19 Urlaubstage, jetzt sprechen wir von lediglich zwei Tagen. Außerdem handelt es sich um die FIFA Klub-Weltmeisterschaft, die freiwillig ist, während Pflichtturniere andere Regeln erfordern.“
Die jüngsten Verhandlungen zwischen LaLiga, der UEFA und dem European Club Association (ECA) kommentierte Tebas zurückhaltend. „Ich weiß nicht, was in diesen Gesprächen vereinbart wurde. Es ist alles etwas verschwommen.“
Die Äußerungen Tebas unterstreichen die tiefgreifenden Spannungen innerhalb des spanischen Fußballs und lassen auf eine turbulente Saison schließen. Die VAR-Reformen versprechen jedoch eine Verbesserung der Spielschiedsrichterarbeit – sofern sie denn umgesetzt werden.
