Lahm kritisiert neuers rückkehr: zu spät für klarheit?
Ein Aufschrei aus dem Lager der Ex-Weltmeister: Philipp Lahm hat die Entscheidung des DFB, Manuel Neuer für die WM 2026 zurückzuholen, scharf kritisiert. Der ehemalige Kapitän bemängelt vor allem den späten Zeitpunkt der Entscheidung und warnt vor den negativen Auswirkungen auf die gesamte Mannschaft.

Die torwart-frage: ein balanceakt für nagelsmann
Im Interview mit der Sport Bild äußerte Lahm seine Bedenken: „Für mein Gefühl kam die Entscheidung, wer die Nummer 1 wird, sehr spät. Gerade auf der Torwartposition ist es wichtig, früh Klarheit zu haben – für die Mannschaft, aber auch für die beiden Torhüter selbst.“ Die Verwirrung um die Position des deutschen Torwarts scheint also tiefer zu sitzen, als es nach der Nominierung von Manuel Neuer durch Bundestrainer Julian Nagelsmann den Anschein hatte.
Nagelsmann berief den 40-jährigen Routinier am 21. Mai in den Kader für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada. Statt Oliver Baumann setzt der Bundestrainer auf die Erfahrung und Ausstrahlung des Bayern-Keepers. Doch Lahm sieht das differenziert. Er räumt zwar ein, dass Neuer „immer noch der beste deutsche Torhüter“ ist und der Mannschaft „durch seine Erfahrung und Ausstrahlung Stabilität geben“ kann, betont aber die Notwendigkeit einer frühzeitigen Entscheidung.
Die Entscheidung von Nagelsmann ist ein riskantes Spiel. Einerseits profitiert die Mannschaft zweifellos von Neuers immenser Erfahrung, andererseits könnte die späte Klarstellung zu Unzufriedenheit und Unsicherheit im Team führen. Die kommenden Trainings und Spiele werden zeigen, ob der Bundestrainer mit seiner Wahl den richtigen Weg eingeschlagen hat. Deutschland trifft bei der WM in der Gruppe E auf Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador – ein hartes Los, das eine eingespielte und selbstbewusste Mannschaft erfordert.
Die Frage, ob die späte Entscheidung die Vorbereitung der Nationalmannschaft beeinträchtigen wird, bleibt vorerst unbeantwortet. Doch eines ist klar: Der Druck auf Nagelsmann und Neuer ist enorm. Die WM 2026 wird zeigen, ob die riskante Strategie aufgeht oder ob Lahms Kritik an der Torwart-Entscheidung berechtigt war.
