Kwasniok zittert vor hsv: köln nur noch ein sieg vom freitod
Lukas Kwasniok spielt in Hamburg Pokal. Verliert er, zittert der 1. FC Köln auf dem Relegationsplatz. Fünf Spiele ohne Sieg haben die Sehnsucht nach dem alten Selbstbefreiungstag ausgelöst – und den Trainer fast schon an die Kippe gebracht.
Kwasniok setzt auf kontinuität statt krawall
Der Coach schwört auf dieselben Gesichter, die gegen Borussia Dortmund mutig 1:2 verloren. Warum? „Weil die Leistung stimmte“, sagt er knapp. Cenk Özkacar rückt gesperrt für Jahmai Simpson-Pusey in die Viererkette, Said El Mala darf auf links starten – mehr Rotation verweigert der 41-Jährige. Er fürchtet, das Kartenhaus umzukippen, wenn er zu viele Joker zieht.
Die Hanseaten sind kein Geschenk. Im Hinspiel lachte Köln noch über ein 4:1, seitdem holten die Domstädter nur zwei Siege aus 16 Spielen. Die Tabelle lügt nicht: Platz 14, nur drei Zähler Vorsprung auf Relegation. Ein Remis reicht nicht, um den Knoten zu durchtrennen.

Sebulonsen-kniffel und maina-druck
Sebastian Sebulonsen trainierte voll, doch Kwasniok nagt an der 90-Minuten-Frage. „Wenn ich ihn runternehmen muss, weil die alte Blessur wieder aufplatzt, gefährde ich den gesamten Plan.“ Deshalb droht Tom Krauß erneut eine Außenbahnrolle – ein Mittelfeldspieler als Notnagel in der Abwehr. Linton Maina dagegen hat sich nach seiner Einwechslung gegen Dortmund mit Tempo empfohlen. „Er hat das Elf-gegen-Elf in Unterzahl belebt“, sagt Kwasniok – fast schon Liebeserklärung.
Der Befreiungsschlag muss her, sonst schlägt die Angst zu. Castro-Montes‘ Rückschlag in der alten Wunde verkürzt den Kader weiter. Der Belgier fehlt neben Decker, Kilian, Huseinbašić und die Langzeitverletzten – eine Lazarett-Liste, die den Kader randvoll mit Jugend und Frust füllt.
Die Zahlen sind gnadenlos: 0,8 Punkte pro Spiel seit der Winterpause, nur drei Gegentore weniger als der Tabellenletzte. Die Fans skandieren noch „FC“-Rufe, aber die Kehle wird rauer. Kwasniok weiß: Gewinnt Köln am Freitag nicht, schlägt der Abstiegstornado die Müngersdorfer ein. Dann winkt das Horrorszenario Relegation – oder direkt Liga zwei.
Die Lösung liegt nicht in Taktik-Fetzen, sondern in Köpfen. „Ich schaue auf Performance, nicht auf Hysterie“, betont der Trainer. Die Performance muss aber endlich wieder mit Punkten belohnt werden. Ansonsten wird der MSV Duisburg zur neuen Heimat – und Kwasniok zur Buh-Figur.
