Leipzig bangt um den klassenerhalt – nur ein sieg zählt
Der SC DHfK Leipzig steht mit dem Rücken an der Wand. Am Sonntag, 16.30 Uhr, empfängt der Vorletzte der Daikin Handball-Bundesliga den TVB Stuttgart – und für die Sachsen ist klar: nur ein Sieg zählt. Kein Punktgewinn, kein „gutes Spiel“, kein Trost. Drei Punkte oder nichts.
Die Lage ist prekär. Schon länger fehlen Adam Lönn, Matej Klima und Luka Rogan. Dazu gesellen sich nun Lukas Binder und Dean Bombac – beide ausgefallen, beide unverzichtbar. Trainer Frank Carstens zitiert keinen Sportpsychologen, sondern Jürgen Klopp: „Wenn die Waschmaschine kaputtgeht, ist am nächsten Tag der Trockner auch im Arsch – und dann gibt der Fernseher den Geist auf.“ Das sagte der Fußball-Coach 2014, Carstens sagt es heute – und meint seine eigene Kabine.
Die verletzten leistungsträger fehlen auf schlüsselpositionen
Rogan soll den Kreis stabilisieren, Binder die linke Seite entzünden, Bombac das Spiel lenken. Alles offen. Die medizinische Abteilung arbeitet auf Hochtouren, doch Termine sind keine festgeschrieben. Rogan könnte womöglich zurückkehren, Binder und Bombac werden noch getestet. Lönn zielt auf Ende März, Klima hat keinen Zeitplan. Die Zahlen sind hart: fünf Leistungsträger ausgefallen, zwei weitere auf der Kippe.
Carstens redet nicht vom Pech. Er redet von Möglichkeiten. „Wir schauen nach vorn. Wir haben noch Spieler, wir haben noch Ideen, und die werden wir aufs Feld bringen.“ Das klingt nach Kampf, nicht nach Klage. Der Trainer weiß: Stuttgart ist kein Geschenk. Die Schwaben kassierten zuletzt gegen Magdeburg nur knapp, haben mit Silvio Heinevetter einen der besten Torhüter der Liga und mit Johansson einen Rückraum, der trifft, wenn er muss.
Die Fan-Kurve in der Arena Leipzig wird trotzdem nicht schweigen. 4.000 erwartete Zuschauer, ein Volk, das weiß, dass der Abstieg nur zwei Niederlagen entfernt ist. Die Stimmung wird rau, die Anfeuerung laut. Die Spieler werden ohne Luxus auflaufen müren – mit Nachwuchs, mit Umstellungen, mit Willen.

Die saison ist noch nicht gelaufen – aber die uhr tickt
Ein Blick auf die Tabelle reicht: Leipzig hat 11:25 Punkte, der Vorsprung zum Tabellenende nur zwei Zähler. Die restlichen Gegner: Stuttgart, dann Balingen, dann Melsungen. Kein Spaziergang. Die Mannschaft muss sich aus dem eigenen Loch ziehen, ohne Stars, ohne Netz. Carstens sagt: „Ich nehme alles, was das ist.“ Gemeint sind Punkte, nicht Sympathie.
Am Sonntag wird nicht nur gespielt. Es wird gekämpft um Luft, um Zeit, um die zweite Liga. Die Waschmaschine ist kaputt, der Trockner auch – aber der Handball muss laufen. Wenn Leipzig gewinnt, bleibt der Glaube lebendig. Wenn nicht, wird die Saison zur Geduldsprobe. Die Antwort fällt um 16.30 Uhr – und sie fällt ohne Fernseher aus.
