Anna-lena forster schreibt cortina-geschichte: gold im riesenslalom und jagd auf den slalom-hattrick

Cortina schlägt zurück – und zwar mit Gold. Anna-Lena Forster prescht nach 2:30,64 Minuten durchs Ziel, wirft den Stempel auf die Streif und hat endlich die Disziplin, die ihr bislang fehlte. Riesenslalom-Gold, Paralympics 2026, Tag fünf. Der erste deutsche Sieg in dieser Wettbewerbsart, der sechste insgesamt, und die 30-Jährige lacht unter dem Helm, während ihre Monoski-Kanten noch qualmen.

Momoka Muraoka, die japanische Weltmeisterin, muss 1,28 Sekunden zählen. Silber. Liu Sitong wird Dritte, 4,15 Sekunden hinter Forster. Die Spanierin Audrey Pascual Seco, bislang die dominierende Läuferin dieser Spiele, liegt nach Durchgang eins vorn – dann rutscht sie weg, ein Sturz, aus. Die Favoritin ist draußen, Forster bleibt drauf. So schnell kann sich Macht verschieben.

Die fahnenträgerin trägt das ganze team

Die fahnenträgerin trägt das ganze team

Deutschland zählt in Cortina zwölf Medaillen, keine Goldene gehört jemand anderem als Forster. Sie ist das Ein-Mann-Frauen-Team, das der Deutsche Behindertensportverband ins Rennen schickt. Nach Silber in der Super-Kombination und einem Ausfall im Super-G schlägt sie jetzt zurück – mit der Präzision eines Uhrwerks und der Aggressivität einer, die weiß, dass sie Samstag noch mal ran muss.

Denn der Slalom wartet. 9:00 Uhr Start, ihre Paradedisziplin. In Pyeongchang 2018 gewann sie, in Peking 2022 wiederholte sie. Ein dritter Sieg würde Geschichte bedeuten: der erste Slalom-Hattrick einer deutschen Monoskifahrerin bei Paralympics. Die Piste ist kurz, die Tore stehen eng, die Beine werden brennen. Forster kennt das Gefühl, sie sucht es.

Andrea Rothfuss wird Vierter in der Stehenden-Klasse, 0,69 Sekunden fehlen zur Bronzemedaille, ihrer fünfzehnten. Ebba Arsjö sammelt ihr drittes Gold in Cortina, setzt sich an die Spitze der schwedischen Wintersport-Mythologie. Anna-Maria Rieder wird Siebte, Maya Fügenschuh Zehnte im Sehbehinderten-Rennen, 36,45 Sekunden hinter Veronika Aigner. Allesamt begleiten Forster nur auf dem Papier – im Fokus steht eine einzige Läuferin, die noch ein Date mit der Zeit hat.

Die Uhr tickt. Samstagmorgen, 9:00 Uhr. Drei Minuten, die über Legenden entscheiden. Forster wird Startnummer eins tragen, das Gold bereits im Gepäck. Aber sie will das Triple. Und Cortina hat noch einen Takt offen.