Kwasniok schwebt nach dem 3:3-debakel im rheinderby über dem abgrund
Ein Punkt, der wie eine Niederlage schmeckt. Lukas Kwasniok stand nach dem 3:3 gegen Gladbach mit dem Rücken zur Wand – und wusste es. Thomas Kesslers Worte klangen wie ein Todesstoß: „Wir werden uns Gedanken machen.“
Kesslers kalte dusse
Der Sport-Geschäftsführer sprach nicht von Vertrauen, nicht von Zukunft, nur von „rationaler Analyse“. Die Botschaft war glasklar: Der 44-Jährige ist auf Abruf. Nach sieben sieglosen Spielen in Folge reicht selbst ein Remis im Derby nicht mehr. Die Erwartungshaltung des Clubs war brutaler als je: Drei Punkte oder Aus. Kessler liebäugelte nicht einmal mit einer Einschätzung über die Länderspielpause hinaus.
Kwasniok selbst schwang sich ins Selbstverteidigungsmodus. „Ich mache das mit Hingabe und Liebe für den Verein“, beteuerte er. Die Phrase klang hohl angesichts der Tabelle, in der Köln auf dem Relegationsplatz klebt. Der achte Abstieg der Vereinsgeschichte zeichnet sich ab – und mit ihm das Ende einer Ära, die nie richtig begann.
Die Zahlen sind gnadenlos: 13 Spiele ohne Sieg, 25 Gegentore seit Jahresbeginn, nur drei Punkte aus den letzten fünf Partien. Die Mannschaft wirkt wie gelähmt, die Ideen ausgepumpt. Selbst das 3:3 war kein Befreiungsschlag, sondern ein weiteres Stück Zerfallsarbeit. Drei Mal führte Köln, dreimal ließ sie Gladbach zurückkommen. Die Defensive agierte wie ein offenes Tor.

Die stunde des zweifels
In der Kabine herrscht Schweigen. Keiner der Spieler spricht mehr von „Mentaltität“, das Wort ist verbrannt. Die Fans pfiffen beim Verlassen des Platzes – nicht laut, aber durchdringend. Es ist das Geräusch des Verlusts. Kwasniok wird die Nacht überstehen, vielleicht auch die Woche. Aber Mitte Mai? Da wird wohl ein anderer auf der Bank sitzen.
Der Club plant laut internen Kreisen bereits mit internen Lösungen. U19-Coach Andre Pawlak gilt als Notnagel, ein Externer wäre teuer und riskant. Doch die Rechnung ist einfach: Ein neuer Trainer kostet Geld, die 2. Liga kostet mehr. Da zählt nur noch der Klassenerhalt – um jeden Preis.
Kwasniok wird bis zur nächsten Partie gegen Bochum wohl noch sitzen. Dann ist Endstation: Entweder drei Punkte oder die Entlassung. Die Uhr tickt. Der Abstieg auch.
