Kvitfjell-training: allègre knackt bestzeit – odermatt bremst versichtig

Der Franzose Nils Allègre hat beim letzten Abfahrtstraining vor dem Weltcup-Finale in Kvitfjell allen gezeigt, wo die Latte liegt. 1:46,68 Minuten – nur sieben Hundertstel vor Vincent Kriechmayr, der letzte Woche in Courchevel noch jubelte. Der 32-Jährige preschte wie ein Geistesblitz über den harten Nordischen Eisbrecher, während die Großen der Szene lieber früh auf die Bremse traten.

Kein Risiko, keine Strafen – dafür aber ein deutliches Statement: Marco Odermatt hat die kleine Kristallkugel in der Abfahrt längst sicher und fuhr nur 18. (+1,63 s). Der Schweizer Superstar testete Linien, spielte mit Geschwindigkeit, aber er attackierte nicht. Olympiasieger Franjo von Allmen folgte eine halbe Sekunde später auf Rang 21, hinterher erklärte er nüchtern: „Das ist für mich wirklich schwierig.“

Warum heute nur getestet wurde

Warum heute nur getestet wurde

Die Antwort ist einfach: Samstag zählt. Dann gehen 24 Athleten an den Start, Punkte gibt es aber nur für die ersten 15. Für die Schweiz stehen sieben Fahrer auf der Liste, Italien schickt sechs – Deutschland fehlt komplett. Die Startliste liest sich wie ein Who-is-Who der Abfahrt, doch die Spannung kocht trotzdem.

Allègre hingegen kann mit seiner Bestzeit nicht nur aufhorchen lassen, sondern auch Selbstvertrauen tanken. Der Franzose war in dieser Saison oft nahe dran, jetzt könnte der erste Saisonsieg springen. Kriechmayr wird ihn nicht kampflos ziehen lassen, und auch Odermatt dürfte im Finale wieder voll angreifen – schließlich will er seine Dominanz auch in der letzten Abfahrt unterstreichen.

Um 10:45 Uhr Norwegen-Zeit geht’s los, live auf HBO Max und in unserem Liveticker. Die Piste liegt hart, die Temperaturen bleiben tief. Ein letztes Mal heizen die Jungs dem Winter ein – und dann dürfen die Ski endlich ruhen.