Hoeneß zückt die 150-millionen-keule – und frankfurt spürt den druck

Der Ehrenpräsident des FC Bayern schlägt in Frankfurt die 150-Millionen-Keule aus – und trifft die Eintracht mitten in ihrer größten Schwäche. Uli Hoeneß erklärte gestern vor 400 Finanzexperten an der Frankfurt School of Finance & Management, er habe für Harry Kane bereit gehabt, „heute 150 Millionen“ zu zahlen. Die Spitze richtete sich dabei nicht nur an Superstar-Keeper, sondern auch an Eintracht-Vorstand Axel Hellmann. Denn Hoeneß‘ Botschaft war klar: Wer ständig Top-Talente verkauft, verliert am Ende seine sportliche Substanz.

„Wir sind ein käuferverein“ – hoeneß‘ lehrstunde für frankfurt

Die Zahlen sprechen für sich: Randal Kolo Muani (95 Mio), Omar Marmoush (75 Mio), Hugo Ekitiké (95 Mio) – insgesamt 265 Millionen Euro flossen seit 2023 aus dem Frankfurter Konto, nachdem die drei Angreifer die Arena verlassen hatten. Hoeneß sieht darin ein Systemproblem. „Bei jedem Verkauf verliert man Substanz“, sagte er und blickte dabei direkt zu Hellmann. Die Münchner selbst haben erst einmal eine ähnliche Summe kassiert – beim Abgang von Robert Lewandowski (45 Mio) – doch ihre Transferbilanz ist seit Jahren klar auf Kauf ausgelegt.

Was folgte, war eine Saison, in der Frankfurt sportlich abrutschte. Platz sieben in der Bundesliga, Achtelfinale-Aus in der Champions League, Pokal-Exit. Für Hoeneß kein Zufall. Er spricht lieber über Harry Kane, den er als „weltweites Aushängeschild“ bezeichnet. Der Stürmer sei „ein Traum für Bayern München“, ein Leitwolf, der 18-Jährige in den Arm nehme und ihnen zeige, „wie sie den Ball schießen müssen“. Für diese Art von Identifikationsfigur würde er auch dreistellige Millionenbeträge locker machen.

Frankfurts achillesferse: geld ja, ersatz nein

Frankfurts achillesferse: geld ja, ersatz nein

Die Eintracht versuchte, mit Jonathan Burkardt Ersatz zu besorgen, doch der Mainzer ist seit seiner Verpflichtung fast durchgehend verletzt. Die Folge: In 17 Liga-Spielen nach der Winterpause nur 21 Tore, der Abstand auf Platz sechs (Bayer Leverkusen) beträgt bereits sieben Punkte. Trainer-Duo Toppmöller/Riera konnte die Defensive stabilisieren – vier Mal in den letzten sechs Partien zu null – doch vorne fehlt der Knockout.

Hoeneß‘ Fazit klingt wie ein Warnschuss vor dem nächsten großen Transferfenster. „Es ist schön, wenn man mal 50, 60 Millionen kriegt, aber was ist die Konsequenz?“ Die Antwort liefert derzeit die Tabelle. Und sie lautet: Punkteverlust, frustierte Fans, ein verschobene Champions-League-Träume. Frankfurt darf nun entscheiden: weiter verkaufen – oder endlich die Käufermentalität kultivieren, die Hoeneß so selbstverständlich pflegt.