Ksc-defensive wackelt: janne sietan als notlösung im visier
Der Karlsruher SC hat ein Leck im Maschinenraum. Seit Wochen suchen die Badener verzweifelt nach einem Sechser, der das eigene Tor vor Gefahren schützt – und landen bei Janne Sietan vom Drittligisten SV Waldhof Mannheim. 1962 Minuten spielte der 23-Jährige in dieser Saison, kassierte dabei sechs Gelbe und ein Rot. Keine Glanzwerte, aber KSC-Sportdirektor Timon Pauls schickt trotzdem Scouts, schaltet Berater, prüft die Zahlen. Weil nichts mehr geht.
750.000 Euro für luftlöcher
Andreas Müller kostete dreiviertel Millionen, kam aus Darmstadt und verschwand zwischen den Linien. Meiko Wäschenbach wechselte vom 1. FC Köln II, konnte aber bislang auch nicht überzeugen. Hyeok-Kyu Kwon, Winterneuzugang aus Nantes, zeigte Ansätze, doch seine fehlende Sprintstärke limitiert den koreanischen Mittelfeldspieler. Die Bilanz: 13 Gegentore in den letzten fünf Spielen, Platz neun in der Tabelle, Angst im Wildpark.
Sietan ist kein Wunschkandidat, er ist die Notlösung. 1,85 Meter groß, gebürtiger Lausitzer, variabel einsetzbar: Sechser, Innenverteidiger, Krisenmanager. Sein Vertrag läuft aus, Waldhof will verlängern, Sietan zögert. Für ihn steht eine Entscheidung an: Gehaltssprung zweiter Liga oder Identifikation beim Traditionsverein? Die Antwort liegt in Karlsruhe, wo Pauls das Budget vor dem Sturm füllen muss. „Wir hatten ihn auf der Liste“, sagt er, „aber aktuell haben andere Positionen Priorität.“

Statt sechser lieber torjäger
Die Kasse ist leer, die Angriffsreihe noch leerer. Kevin Wiethaup aus Osnabrück ist bereits fix, doch der zweite Neuzugang soll hinten nicht einlaufen – sondern vorne. Ein zäher Spagat: Ohne stabile Defensive droht der Absturz, ohne Tore der Klassenverbleib. Pauls rechnet: „Wenn wir zu früh zu viel ausgeben, fehlt am Ende das Geld für den Stürmer.“ Die Konsequenz: Sietan bleibt ein Phantom, ein Name auf der Liste, solange kein Transfererlös fließt.
Die Wildhof-Fans wittern Betrug. Ihr Mittelfelsen zieht Kreise, trainiert bereits mit einem Lächeln, das sie kennen: Wechselgeburtstag. Für den KSC tickt indes die Uhr. Am 3. Mai endet die Saison, dann hat Sietan die Freigabe schriftlich in der Tasche. Die Badener müssen bis dahin verkaufen oder verzichten. Entweder sie schließen das Leck – oder sie ertrinken im Mittelfeld.
