Higgins raus! 19-jähriger schockt snooker-welt in yushan
Die World Open 2026 ist keine Woche alt, liefert schon den ersten Eklat. Titelverteidiger John Higgins flog im Decider gegen den 19-jährigen Stan Moody raus – ein Ergebnis, das selbst alte Hasen im Pressezentrum zum Schweigen bringt. Yushan, sonst nur für sein grünen Tee bekannt, wird zur Schicksalsarena.
Der tag danach: rocket zündet, trump lauert
Ronnie O’Sullivan ließ sich von der Higgins-Sensation nicht beirren. Mit zwei Centuries – Frame vier und fünf – demolierte er Ross Muir 5:1 und schraubte sein Karriere-Century auf 1.315 hoch. Der 50-Jährige spielte so schnell, dass der chinesische Schiedsrichter kaum die Farben wieder positionieren konnte. Im fünften Frame verpasste er das Maximum Break nur, weil er den Spielball beim letzten Rot versehentlich versenkte. Die Zuschauer zuckten mit den Schultern – Hauptsache Show.
Judd Trump, momentan die Nummer eins der Weltrangliste, nutzte die Abende, um sich die Linien einzuprägen. Er kickt mit seiner sportlichen Lebensversicherung – dem langen Einser-Queue – und schaut, wer sich traut, ihm die Tuchränder streitig zu machen. Bisher haben es nur einige chinesische Wildcards auf die Tische geschafft, die Top-16 jedoch nicht.

Warum yushan plötzlich jeder snooker-fan kennen muss
Die Antwort ist einfach: Geld und Rankingpunkte. 175.000 Pfund Siegprämie winken – umgerechnet rund 200.000 Euro – und 5.000 Weltranglistenpunkte. Die Saison neigt sich dem Ende entgegen, wer hier nicht zulegt, muss im Crucible Qualifikation spielen. Deshalb sagten Mark Selby, Barry Hawkins, Chris Wakelin und Neil Robertson ab. Ihre Körper senden Warnsignale, ihre Manager sprechen von „Belastungssteuerung“. Der Rest der Elite reiste an – und spielt, bis die Queue glüht.
Eurosport überträgt fast jede Session live, HBO Max liefert den Stream ohne Geisterspieler-Werbung. Wer keine Lust auf Kommentare hat, checkt das Livescoring auf eurosport.de – dort steht die Zahl, noch bevor der letzte Ball liegenbleibt.

Die stunde der unbekannten ist gekommen
Stan Moody ist kein Einzelfall. Der Junge kam mit dem Budget einer Abiturfeier nach China und schlägt sich fortan mit der Coolness eines Pokerspielers durchs Table. Gegen Higgins lag er 1:3 zurück, schaffte 134 und 102 Points in Folge und entschied den Matchball mit einem Bank-Shot, den er sich vorher nur im Kopf ausgemalt hatte. „Ich habe nichts zu verlieren“, sagte er nach dem Spiel – und meinte das ernst.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Moody eine Eintagsfliege bleibt oder ob er das Turnier weiter kapert. Die Toppfehlschläge der Großen könnten ihm Tür und Tor öffnen. O’Sullivan jedenfalls grinste nach seinem Sieg wie ein Junge, der gerade festgestellt hat, dass der Automat im Clubhaus unbegrenzt Gummibärchen ausspuckt. Er weiß: Je mehr Favoriten fallen, desto größer wird seine Chance, in Sheffield nicht nur den Rekord zu verteidigen, sondern auch die ewige Bestmarke von Stephen Hendry einzureißen.
Für die Fans bleibt nur ein Tipp: HBO-Max-Account checken, Tee kochen, Nächte durchmachen. Wer jetzt schläft, verpasst vielleicht die nächste Sensation. Und die kommt in Yushan garantiert – das haben die ersten Tage bewiesen.
