Krohne schmeißt den schotten raus: 40 % doppel-quote reichen für sensation

Paul Krohne hat in Göttingen die Hierarchie des Darts durcheinandergebracht. Der 25-Jährige aus Verl schickte mit 6:4 in Legs den schottischen Top-30-Profi Cameron Menzies nach Hause und lieferte dem Publikum in der Lokhalle die erste deutsche Siegespose dieser European Tour-Saison.

Checkout-quote wie ein volltreffer

Die Zahl des Tages: 40 Prozent. Während Menzies an den Doppeln verzweifelte und gerade einmal 15,38 % traf, verwandelte Krohne zwei von fünf Anlaufchancen. Das reichte, um trotz eines um drei Punkte niedrigeren Averages von 90,19 das Match zu drehen. „Ich lebe von seinen Fehlern, klar. Aber ich treffe, wenn es zählt“, sagte Krohne nach dem Abpfiff und klang dabei schon wie ein Routinier.

Die Begegnung war sein dritter Anlauf auf der European Tour – und der erste Erfolg überhaupt. Dabei blieb er cool, als Menzies zwischenzeitlich auf 4:3 verkürzte. Der Deutsche antwortete mit einem 14-Darter, nahm dem Schotten im neunten Leg die Darts weg und servierte im zehnten Leg den K.o. mit Doppel 10. Jubel auf der Bühne, ein Händedruck, dann war Schluss.

Josh rock wartet mit startrecht

Josh rock wartet mit startrecht

Am Samstagabum 19 Uhr, live auf Sport1, bekommt Krohne keinen Aufbauschmuse. Gegen Josh Rock, die Nummer neun der PDC-Weltrangliste, geht es für den Nordiren ebenfalls um den ersten Auftritt in diesem Turnier. Rock gilt als Next-Gen-Star, wirft 180er fast nebenbei. Krohne weiß das: „Er tritt frisch ins Turnier ein, ich habe jetzt Rhythmus. Das kann helfen.“

Die deutsche Darts-Szene hatte zuletzt auf der European Tour vergeblich nach Helden gesucht. Mit dem 6:4 hat Krohne nicht nur seine eigene Null beendet, sondern auch der kommenden Generation ein Exempel statuiert: Man muss nicht 100 Average haben, man muss nur die Doppel treffen, wenn sie zählen.

Für Krohne geht es am Samstag um mehr als nur ein Match – es ist die Chance, sich einen Namen außerhalb der Provinzligen zu schaffen. Göttingen wird wieder zuhören, die Lokhalle ist ausverkauft, und die 40-Prozent-Quote steht mittlerweile sogar auf Twitter. Mal sehen, ob Rock sie liest.