Tottenham versinkt im atlético-chaos: kinsky-patzer lässt königsklasse-träume platzen

London, 22. Minute – das Wanda Metropolitano explodiert, die Tottenham-Defensive liegt am Boden. 0:4 steht es, und Antonin Kinsky, der 22-jährige Wiener, der seine Champions-League-Premiere als Startelftorwart feiern sollte, ist längst wieder duschen. Drei Gegentore in sechs Minuten, ein Albtraum mit österreichischem Pass.

Was sich liest wie ein Lehrbuch für „Wie man eine Europacup-Partie versenkt“, war live ein Kollaps in Echtzeit. Bereits in der 6. Minute rutscht Kinsky beim Abschlag weg, spielt den Ball direkt auf Julián Alvarez' Fuß. Querpass, Marcos Llorente vollstreckt. 1:0. Sechs Minuten später tanzt Antoine Griezmann den Keeper aus, 2:0. Eine Minute danach trifft Kinsky Luft – Alvarez bedankt sich für das Geschenk, 3:0. Igor Tudor reagiert, zieht Kinsky vom Feld. Guglielmo Vicario kommt, kriegt aber kaum Handschuhe angezogen, da köpft Robin Le Normand zum 4:0 ein. Vier Tore in 16 Minuten. Das ist keine Anfangsphase, das ist historische Blamage.

Tudor steht vor trümmern – und vor der frage: was nun?

Tudor steht vor trümmern – und vor der frage: was nun?

Der Trainer, der Tottenham vor drei Wochen noch als Retter in der Not gefeiert wurde, schaut ins Leere. Seine Mannschaft wartet seit elf Pflichtspielen auf einen Sieg, liegt in der Premier League auf Rang 16, nur einen Zähler über dem Strich. Jetzt droht auch das Aus in der Champions League, dem Wettbewerb, den der amtierende Europa-League-Sieger eigentlich als Sprungbrett für neue Selbstvertrauen nutzen wollte. Stattdessen präsentiert sich der Klub als krankes Konstrukt: ohne stabile Abwehr, ohne Ideen im Mittelfeld, ohne Zuversicht im Tor.

Pedro Porros Anschlusstreffer in der 26. Minute war ein Alibi-Tor, ein Trostpflaster auf einer offenen Wunde. Die Statistik? Atlético erzielte vier Tore aus fünf Torschüssen in der ersten Halbzeit. Effizienz, ja. Aber auch ein Armutszeugnis für Tottenham, das jede Lücke selbst aufreißt.

Die Krise ist kein Stimmungsbild mehr, sie ist dokumentiert. Drei Tage nach dem 1:3 gegen Crystal Palace folgt nun dieses Debakel. Die Fans singen „You don't know what you're doing“ – angefeuert von einer Defensive, die aussieht, als kenne sie sich selbst nicht mehr. Die Spieler gehen in der zweiten Hälfte leerer Tunnel, die Bälle rollen nur noch halb.

Atlético feiert, Tottenham zittert. Das Rückspiel in knapp drei Wochen? Ein Härtetest, der schon jetzt wie eine Mission Impossible riecht. Wer will diesem Klub noch trauen, wenn selbst der eigene Keeper den Ball nicht mehr traut?