Krickau bläst zum rundumschlag: füchse jagen nantes mit volldampf

Die goldene Ananas? Vergiss es. Nicolej Krickau schickt seine Füchse Berlin am Donnerstag (20.45 Uhr/Dyn) mit vollem Kader gegen HBC Nantes ins letzte Gruppenspiel – obwohl Platz eins längst sicher ist. Der Grund: Der Coach will den Flow nicht unterbrechen und seiner Heimpublikum keinen Schongang zumuten.

Warum der sinneswende kein hokuspokus ist

Warum der sinneswende kein hokuspokus ist

Krickau hatte angekündigt, Rotation zu betreiben. Dann kam das freie Wochenende, danach 13 Tage Bundesliga-Pause. Plötzlich klingt der Plan nach Pokal-Testspiel statt Schontag: „Wir hatten einen guten Entwicklungsprozess, große Stabilität, guten Fokus – das möchte ich nicht stoppen“, sagt er nach dem Training. Krasso: Ein Trainer, der Siege lieber sieht als Urlaub.

Die Personalie Nils Lichtlein bleibt offen. Der 23-Jährige sagte den DHB-Lehrgang ab, weil der Fuß zickt. Einsatz? „Könnte, wollen aber nichts riskieren.“ Gleiches gilt für Hakun West av Teigum. Die Botschaft: Verletzte Kompensation ja, Intensität trotzdem nicht verbiegen.

Das Duell erhält Spannung durch die französische Notlage. Nantes braucht einen Sieg und gleichzeitig eine Kielce-Pleite in Kolstad, um die Extrarunde noch zu erreichen. Kleines Problem: Die Füchse haben in dieser Champions-League-Saison erst eine Niederlage kassiert – und die war ein Ausrutscher in Veszprém. 8000 Tickets sind weg, die Max-Schmeling-Halle wird brodeln.

Krickau lacht über die Auswertung des Gegners: „Nantes schlägt Sporting um elf, verliert dann in Budapest – eine komische Mannschaft.“ Code für: unberechenbar, aber auch angreifbar. Sein Fokus liegt auf eigenen taktischen Mikrozielen, nicht auf Tabellenkonstruktionen. Er will Pressing-Varianten testen, 7-6-Umschaltketten einstudieren, den Kreislauf stabil halten.

Die Konsequenz: Berlin reist mit Sieg- statt Schongang nach dem Viertelfinale. Die Belastung steigt, aber die Staffelung der Trainingstage erlaubt Erholung. Sportdirektion und Mediziner sind einverstanden, weil die mentale Frische den körperlichen Mehraufwand aufwiegt. Die Spieler? Sie wollten ohnehin nicht in die Glaskugel schauen.

Das Ergebnis ist damit zweitrangig, aber nicht bedeutungslos. Jeder Sieg schraubt die Prämie, erhöht den Koeffizienten, vergrößert den Selbstglauben. Und Krickau weiß: Wer in der K.o.-Phase landet, braucht Killer-Instinkt, keine Pausenrituale. Die goldene Ananas bleibt im Obstregal – die Füchse jagen lieber Beute.