Wilmsmanns saison-aus: sturz in serbien reißt loch ins deutsches skicross-team

Es war der Aufschlag, der alles kaputt machte. Ein einziger Kontakt mit Weltcup-Leader Reece Howden, ein verhedderter Ski, ein heftiger Schleuderwurf – und Florian Wilmsmann flog in Kopaonik nicht nur aus dem Rennen, sondern aus der Saison. Der Syndesmosebandriss im linken Fuß nagelt den 30-Jährigen für zwei Monate ans Sofa, während seine Konkurrenten in Montafon um Punkte kämpfen.

Die Diagnose traf den DSV wie ein Bockwurfschlag. Wilmsmann, auf Rang zwei der Gesamtwertung, hatte gerade seine bislang stärkste Saison hingelegt. Sechs Weltcupsiege stehen in seiner Vita, aber der erste Gesamtsieg rückt in weite Ferne. „Er wurde bereits operiert“, bestätigt der Verband knapp. Die Hoffnung auf eine Wunderheilung zerschellt an der Realität: Fußgelenk muss ruhig liegen, keine Belastung, keine Kurven.

Doch Wilmsmann ist nicht allein im Reha-Club. Tim Hronek, der sich in Kopaonik mit dem Chaos-Sieg seinen ersten Karriere-Triumph gesichert hatte, zieht mit. Teilanriss des Innenbands, linkes Knie. Auch er fehlt im Montafon. „Nach einer Ruhephase ist er jetzt in die Rehabilitation eingestiegen“, heißt es trocken. Ziel: Gällivare, Saisonfinale, letzter Schuss – vielleicht.

Die deutsche Skicross-Mannschaft limpiert durch den Weltcup-Winter. Cornell Renn brach sich die Schulter, Niklas Bachsleitner musste sich einen Marknagel entfernen lassen. Was bleibt, ist ein Kader, der aussieht wie nach einem Großeinsatz der Unfallchirurgie. Drei von vier Top-Athleten ausgefallen – das ist mehr als Pech, das ist ein Imageschaden.

Daniela maier will den frust ablaufen

Daniela maier will den frust ablaufen

Während die Männer mit Gehhilfen und Bandagen hocken, schärft Daniela Maier ihre Kante. Die Olympiasiegerin ist auf WM-Kurs; 2027 findet die Titelkämpfe in genau diesem Montafon statt. „Ich bin gespannt auf den neuen Kurs“, sagt sie, als wolle sie das Desaster der Kollegen in pure Angriffslust ummünzen. Ihr Rückstand auf Überfliegerin Sandra Naeslund beträgt 145 Punkte – aufzuholen ist schwer, aber nicht unmöglich.

Die Szene fragt sich jetzt: Wer springt in die Bresche? Moritz Kühn kommentiert weiter, die ARD überträgt, aber auf der Startliste fehlt das deutsche Top-Duo. Die Fans diskutieren im Netz: Soll der Verband Nachwuchsfahrer vorzeitig hochziehen? Oder lieber das Minimalziel verfolgen – gesund über die Ziellinie kommen?

Fazit: Für Wilmsmann bleibt ein Frühling mit Krücken, für Hronek ein Knie voller Hoffnung. Die deutschen Skicrosser erleben gerade, wie schnell Ruhm in Schnee und Gips zerbröselt. Und während die Konkurrenz in Montafon um Podestplätze kämpft, sitzt der Gesamtzweite daheim – und zählt Tage statt Punkte.