Krefeld fliegt, düsseldorf stolpert: die letzten 60 stunden vor dem playoff-knall
Die Hauptrunde der DEL 2 tickt runter, und während die Krefeld Pinguine am Freitag in Regensburg nur noch den Schampus kühlen, schuftet die DEG in Freiburg um ihr letztes Fünkchen Heimrecht. Drei Tage, zwei NRW-Klubs, zwei Realitäten.
Krefeld schreibt geschichte, bevor die playoffs losrollen
189 Tore, 114 Gegentore – das ist keine Statistik, das ist ein Statement. Kein Team traf öfter, kein Team kassierte seltener. Mathew Santos spricht nicht vom System, sondern von »dem Gefühl, auf dem Eis einfach wir selbst sein zu dürfen«. Das klingt nach Spruch, ist aber Erklärung für die 54 Auswärtspunkte und die 27,5 % Powerplay-Effizienz. Peter Draisaitl verabschiedet sich trotzdem – »Umstrukturierung« nennen die Verantwortlichen das, wenn der sportliche Leiter nach Saisonende geht. Die Pinguine lachen trotzdem, denn sie haben zehn Tage Pause, ehe es ernst wird.
Die DEG dagegen jagt sich selbst. 1:4 gegen Bietigheim, 1:0-Führung verschenkt, Buh-Rufe nach 40 Minuten. Max Faber findet harte Worte: »Im zweiten Dritsel brechen wir wieder ein – das darf nicht sein.« Was er verschweigt: Es ist das siebte Mal in dieser Saison, dass Düsseldorf nach Führung noch verliert. 12 Heimsiege aus 26 Partien lesen sich wie ein Warnschreiben an jeden Playoff-Gegner: »Kommt nach Düsseldorf, ihr bekommt Punkte geschenkt.«

Freiburg und weißwasser werden zur schicksalswoche
Freitag 19.30 Uhr in Freiburg, Sonntag 17 Uhr in Weißwasser – für die DEG sind das keine Auswärtsspiele mehr, sondern Endspiele ums Heimrecht in der Pre-Play-off-Runde. Platz zehn ist sicher, aber die Fans wollen Antworten auf die Frage, ob diese Truppe bereit ist für Best-of-Three gegen Kassel, gegen Crimmitschau oder gegen sich selbst. Die letzten beiden Spiele werden zeigen, ob die DEG ihre Saison noch rettet oder ob die Krefelder Meisterfeier am Sonntag gegen die Steelers schon das NRW-Eishockey-Jahr 2026 besiegelt hat.
Die Uhr läuft. In Krefeld läuten sie schon die Gläser, in Düsseldorf schlagen sie die Uhren. Noch 60 Stunden, dann wissen wir, wer feiert – und wer nur mit dem Finger auf die Statistik zeigt.
