Kraus wirft gislason socken um den hals – der handball-krieg ist beendet

Michael Kraus stopfte Alfred Gislason ein Paar Socken mit seinem eigenen Gesicht in den Arm – und sagte: „Wir haben uns wieder lieb.“ Nach Wochen des verbalen Schlagabtauschs klingt das wie ein Waffenstillstand auf Handball-Art: laut, skurril, aber irgendwann doch ehrlich.

Der streit begann mit einer auszeit-panne

EM-Gruppenphase, Sekunden zählen, Serbien führt. Kraus in der „Harzblut“-Runde: „Warum nimmt Alfred keine Auszeit?“ Danach folgten Tage, in denen der Weltmeister von 2007 jeden Wechsel, jede Abwehrrotation und jeden Kaderschnitt durch den Kakao zog. Gislason hörte zu, antwortete nicht – bis nach dem Finale.

Silber um den Hals, Pressekonferenz, Mikro offen. Da platzte dem Isländer der Kragen. „Selbstdarsteller“, donnerte er. „Keiner von denen war Trainer. Und keiner stand in der Abwehr.“ Das war keine Antwort, das war ein Nackenschlag. Kraus bekam den Spitznamen Thorsten Legat verpasst – ein Fußball-Rambo, der für seine Tritt-und-Tränen-Momente bekannt ist.

Die wende kam im studio

Die wende kam im studio

Florian Schmidt-Sommerfeld hatte Kraus und Gislason einzeln vorgeladen. Die Socken lagen schon bereit. Kraus lachte, zog das Paar über seine Hand und winkte in die Kamera: „Alfred, das ist für dich.“ Sekunden später klingelte das Handy. Gislason: „Ich nehme die Friedenssocken, aber nur, wenn du mir beim WM-Vorbereitungslehrgang die Flaschen trägst.“

Der DHB atmet auf. Die Heim-WM rückt näher, Sponsoren drängen auf ein harmonisches Bild, und die Medien haben das nächste Thema bereits in der Schublade: Wer folgt, falls Gislason nach dem Turnier doch geht? Intern kursieren drei Namen: André Haber, Emil Berggren und als Außenseiter Markus Baur. Doch das ist Zukunftsmusik.

Heute zählt nur: Der lauteste Kritiker trägt wieder das Team-Trikot – wenn auch nur auf Fußniveau. Und der Bundestrainer hat gelernt, dass Schweigen manchmal lauter ist als jede Auszeit. Der Handball-Krieg ist beendet. Der nächste beginnt am 10. Januar in Düsseldorf, wenn der erste Ball fliegt und die Socken hoffentlich trocken bleiben.