Kraus und strobel krönen karriere mit us-titel – kavticnik rettet la in letzter sekunde
Vier Sekunden vor Ultimo war die Welt noch in Ordnung für New York. Dann trat Vid Kavticnik auf, der Slowene mit der Kieler Vergangenheit, und versenkte den Ball zum 33:33. Damit nicht genug: Mit diesem einen Wurf machte er Los Angeles zum neuen US-Meister und katapultierte zwei deutsche Handball-Rentner in eine neue Dimension ihrer ohnehin legendären Karrieren.
Mimi kraus holt pokal als bester aufbauspieler
Michael „Mimi“ Kraus, 42, Weltmeister von 2007, stand nach dem Schlusspfiff mit dem Pokal in der Hand, den man ihm für die meisten Vorlagen des Turniers überreichte. Neben ihm: Martin Strobel, 38, Europameister von 2016, der nun auch den Stern auf der Brust tragen darf – zumindest auf dem Papier. Denn was in den USA als „Meisterschaft“ durchgeht, ist in Wahrheit ein dreitägiges Kurzturnier im Convention Center eines Casino-Hotels. Doch wer jetzt lächelt, hat die Rechnung ohne die Konkurrenz gemacht.
Mit dabei im Kader von LA: Tobias Reichmann, 37, EM-Held von 2016, und Joscha Ritterbach, 32, einst GWD Minden. Alle vier Deutschen spielten in der Bundesliga, bevor sie den Sprung über den Atlantik wagten. Trainer ist Morten Olsen, 41, ehemaliger Spielmacher von Hannover-Burgdorf und heute Geschäftsführer beim dänischen Erstligisten TMS Ringsted. Er lässt seine Stars nicht einfach alt aussehen, sondern alt spielen – mit Köpfchen und kurzen Laufwegen.

Der nächste halt heißt las vegas
Der Sieg gegen New York war nur der Auftakt. Als US-Meister qualifiziert sich Los Angeles für die NACHC-Championship, die voraussichtlich Anfang August erneut im Westgate Casino Convention Center in Las Vegas stattfindet. Gewinner dort: Ticket zur Klub-WM, dem „Super Globe“, im Herbst in Kairo. Rekordsieger ist FC Barcelona mit sechs Titeln. Ob die Katalanen auch 2025 den Pokal mitnehmen? Möglich. Aber erst mal müssen sie an Kavticnik, Kraus und Co. vorbei – und das wird teurer als ein Wochenende in Vegas.
