Kovac und krösche: das dinner, das den bvb umhaute

Ein Tisch, drei Männer, ein ganzer Verein in Aufruhr. Was wie ein harmloses Essen aussah, wurde zur Zündschnur für den nächsten BVB-Krach.

Der fisch und die falle

Der fisch und die falle

Peter Fischer feierte 70. Geburtstag, Niko Kovac flog aus München ein, weil er den Ex-Präsidenten noch ehrt. Jan Strasheim, Frankfurter Pressechef und Kovac-Kumpel, lud spontan Markus Krösche dazu. Krösche sagt: „Wir haben über Fußball geredet.“ Kovac lacht: „Anscheinend darf ich das nicht mehr.“

Keiner ahnte, dass ein Foto aus dem Restaurant „Obermain“ Minuten später durchs Netz jagt und die Gerüchteküche explodiert. Krösche zum BVB? Kovac als Kuppler? Die Timeline ist brisant: Das Dinner war am Dienstag, am Mittwochmorgen trennen sich die Dortmunder von Sebastian Kehl. Zufall? Im Fußball gibt’s keine.

Die Zahlen sprechen für sich: Krösche steht seit 1.679 Tagen an der Spitze der Eintracht, länger als 80 % all aktiven Bundesliga-Manager. In dieser Zeit holte Frankfurt 248 Millionen Euro Transferplus, gewann die Europa League und schob jedes Jahr mindestens ein Talent für zweistellige Millionen weiter. Kein Wunder, dass Hans-Joachim Watzke ihn auf der Liste hat.

Kovac schwärmt: „Man kennt sich als Kollege.“ Er weiß, wie Krösche tickt. 2018 saßen beide im Frankfurt. Kovac trainierte, Krösche baute das Team, das später die Europa-League-Trophäe hob. Das Band ist eng, das Vertrauen tief. Aber Kovac betont: „Es war keine Bewerbungs-Pitch.“

Krösche bleibt cool. „Ich bin kein Typ, der die nächsten Schritte plant.“ Er redet von „total gerne“ in Frankfurt, von „sehr langen, erfolgreichen Zeiten“. Doch hinter verschlossenen Türen flüstert man: Seine Ausstiegsklausel läuft 2027 aus, genug Zeit, das Heft in der Hand zu behalten. Wer aushandelt, sitzt am längeren Hebel.

Die Ironie: Genau in der Nacht, als Krösche und Kovac den Nachtisch bestellten, schnallte sich Sebastian Kehl in Dortmund den Rucksack ab. Die Trennung war längst beschlossen, aber das Timing – 24 Stunden nach dem Fisch-Menü – lässt Raum für wilde Theorien. Der BVB sucht jetzt einen Sportchef, der Transfers verkauft ohne zu zögern und gleichzeitig die Interna dicht hält. Kurz: jemand wie Krösche.

Frankfurt pocht auf Stabilität, die Fans auf Twitter fordern #KröscheBleibt. Die Geschäftsführung schweigt, die Aktien der Eintracht-Fußball AG schwanken seit dem Dinner um drei Prozent. Die Botschaft an die Bosse: Wer Krösche ziehen lässt, riskiert das erfolgsverwöhnte Konstrukt.

Kovac fasst zusammen: „Im Fußball darf man mittlerweile nicht mal mehr mit Freunden essen.“ Er grinst, aber der Blick ist müde. Die Liga ist ein Fischglas, und jeder Happen wird zur Schlagzeile. Krösche wird weiter planen – oder eben nicht. Die einzige Gewissheit: Solange er nicht „Nein“ sagt, brodelt die Gerüchteküche weiter. Und der nächste Tisch ist bestimmt schon reserviert.