König felipe vi: von der wm-vorhersage zur staatskrone

Ein königlicher Fußballfan, ein Staatsmann mit WM-Geschichte – König Felipe VI von Spanien ist mehr als nur das Oberhaupt des Staates. Sein Engagement für den Fußball reicht weit zurück, und die jüngste Präsentation des spanischen Nationalkaders durch den Monarchen markiert einen weiteren Akt in einer bemerkenswerten Verbindung zwischen Krone und Kugel.

Die frühen jahre: ein prinz im wm-fieber

Schon als Prinz von Asturien erlebte Felipe VI seine ersten WM-Momente. Am 3. Oktober 1981, begleitet von seinen Eltern, wurde er erstmals öffentlich bei der Preisverleihung des Prinzen von Asturien im Teatro Campoamor von Oviedo gesehen. Doch der eigentliche Wendepunkt kam am 16. Januar 1982, nur wenige Wochen vor seinem 14. Geburtstag, als er die Ehre hatte, die Auslosung der WM in Spanien vorzusitzen. Ein chaotisches Ereignis, bei dem Gruppenziehungen sich ohne erkennbaren Grund änderten – ein frühes Zeichen für die unvorhersehbaren Momente, die der Fußball bereithält.

Die folgenden Jahre waren geprägt von königlichen Besuchen bei Spielen der spanischen Nationalmannschaft. 1994 reiste der damals 26-jährige Felipe nach Amerika, um Spanien gegen Bolivien zu unterstützen. Die WM-Reisen blieben jedoch nicht konstant; Frankreich 1998 und Südkorea 2002 wurden verpasst, wobei letztere Reise aufgrund der möglichen Eliminierung der spanischen Mannschaft durch die Gastgeber ausfiel. Ein bitterer Moment folgte 2006 in Hannover, als Spanien gegen Frankreich in der K.O.-Runde scheiterte. Die Beschwerden über das Pfeifen der Marseillaise durch spanische Fans, die der französische Trainer Domenech gemeldet hatte, führten zu einer offiziellen Entschuldigung des Prinzen.

Der triumph von 2010: ein könig im jubel

Der triumph von 2010: ein könig im jubel

Doch der 11. Juli 2010 in Johannesburg markierte einen historischen Moment. König Felipe VI, damals noch Prinz, war im Soccer City Stadion präsent, als Spanien durch das Tor von Iniesta Weltmeister wurde. Ein Moment des kollektiven Jubels, der den Monarchen gemeinsam mit der Mannschaft erlebte. Nach dem Spiel feierte er den Titel ausgelassen mit den Spielern im Vestuario.

Von der staatskrone zur wm-beobachtung

Von der staatskrone zur wm-beobachtung

Die Proklamation zum König am 19. Juni 2014 fiel zeitgleich mit dem Ausscheiden Spaniens aus der WM in Brasilien zusammen – ein ironischer Kontrast. Auch 2018 in Russland und 2022 in Katar verfolgte Felipe VI die Spiele, wobei er das Debütspiel gegen Costa Rica mit einem deutlichen 7:0-Sieg sah. Die WM-Reise blieb jedoch an den Gruppensieg gebunden, da Marokko Spanien im Achtelfinale den Garaus machte.

Nun, am 26. Juni, wird Felipe VI in Guadalajara, Mexiko, anwesend sein, um das Spiel zwischen Uruguay und Spanien zu beobachten – eine Einladung von Präsidentin Claudia Sheinbaum und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Ob er zuvor noch in Las Rozas vorbeischaut, um das Team zu verabschieden, bleibt abzuwarten. Die Geschichte des Königs und der spanischen Nationalmannschaft ist ein Spiegelbild der Höhen und Tiefen des spanischen Fußballs – eine Geschichte, die noch lange nicht zu Ende erzählt ist.