Kompany kritisiert mourinhos reaktion auf vinicius-vorfall scharf

Kompany äußert sich klar zur rassismusdebatte

Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern, hat sich auf der heutigen Pressekonferenz deutlich zur Debatte um Vinicius Junior und die rassistischen Vorfälle gegen ihn geäußert. In einer zwölfminütigen Rede forderte er eine differenzierte Betrachtung des Falls und kritisierte dabei insbesondere die Äußerungen von José Mourinho nach dem Spiel.

Drei ebenen der betrachtung

Drei ebenen der betrachtung

Kompany betonte, es sei wichtig, die Ereignisse in drei Ebenen zu trennen: das Geschehen auf dem Platz, die Vorfälle auf den Rängen und die Reaktionen nach dem Spiel. Er plädierte für eine klare Unterscheidung, um die Komplexität der Situation zu verstehen. "Es ist ein schwieriges Thema, weil es in einer Zeit passiert, wo solche Themen noch schwieriger zu diskutieren sind, als es in der Vergangenheit der Fall war", so Kompany.

Vinicius' reaktion als authentisch bewertet

Der Bayern-Trainer verteidigte die Reaktion von Vinicius Junior während des Spiels. "Vini Jr. kann diese Reaktion nicht faken. Man sieht das, seine Reaktion ist eine emotionale Reaktion." Er argumentierte, es gäbe keinen Grund für Vinicius, sich aktiv beim Schiedsrichter zu beschweren, aber er glaube, er habe im Moment das Richtige getan. Auch die Reaktion von Kylian Mbappé, der sich klar hinter Vinicius stellte, wurde positiv hervorgehoben.

Mourinhos kritik an vinicius' jubel als führungsfehler

Die schärfste Kritik übte Kompany an José Mourinho. Er bezeichnete dessen Aussage, die Art und Weise von Vinicius' Jubel zu thematisieren, als einen "riesigen Fehler in Sachen Leadership". "Es ist etwas, das wir nicht akzeptieren sollten", betonte Kompany. Er kritisierte, dass Mourinho versuchte, die rassistische Attacke durch die Kritik an Vinicius' Verhalten zu diskreditieren.

Historische perspektive und fehlende solidarität

Kompany bezog sich auf die Vergangenheit und erinnerte daran, wie Schwarze Spieler in den 1960er Jahren behandelt wurden. Er erwähnte seinen eigenen Vater und die Notwendigkeit, damals still zu sein und überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen, um überhaupt Anerkennung zu finden. Er wies darauf hin, dass viele Spieler in Europa noch immer keine Stimme haben und keine Unterstützung erhalten, wenn sie rassistisch angegriffen werden.

Appell für entschuldigung und differenzierte betrachtung

Kompany wünschte sich, dass sich der Verantwortliche für die rassistischen Äußerungen entschuldigt und dass dies bei der Strafverfolgung berücksichtigt wird. Er plädierte für eine differenzierte Betrachtung der Situation und betonte, dass man nicht in Schwarz-Weiß-Denken verfallen dürfe. Er erinnerte an ähnliche Vorfälle in seiner eigenen Karriere und dass es wichtig sei, den Kontext zu berücksichtigen.

Mourinhos vergangenheit und die notwendigkeit von solidarität

Kompany erwähnte auch Mourinhos eigene Jubelgesten in der Vergangenheit und stellte die Frage, warum diese kritisiert werden, wenn Vinicius' Jubel zu Kritik führt. Er betonte die Notwendigkeit von Solidarität und erinnerte an Fälle wie die von Samuel Eto'o und Mario Balotelli. Er schloss mit der Feststellung, dass es wichtig sei, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und die Dinge, die uns spalten, zu überwinden.