Kölner haie ringen schwenningen nieder – rekordmeister wackelt, aber juvonen glänzt

Die Kölner Haie haben ihre Play-off-Bilanz auf Eis gelegt, doch der 1:0-Auftaktsieg in Schwenningen war alles andere als ein Schaulauf des haushohen Favoriten. Janne Juvonen wurde zum Rückhalt, die Pfosten halfen mit – und die Wild Wings lieferten den Beweis, dass sie nicht nach Wolfsburg kommen, um die Rolle des Kanonenfutters zu übernehmen.

Juvonen und der aluminium-verbund: so eng war der sieg

Schon nach 420 Sekunden stand der FINNische Schlussmann Kopf, als Alex Trivellato frei vor ihm auftauchte. Juvonens Pad rettete, doch die Warnung war ausgesprochen: Schwenningen spielt unbekümmert. Kurz darauf schellte Philip Feist den Pfosten – ein Klang, der sich durch das ganze Drittel ziehen sollte. Die Haie antworteten mit kalter Effizienz: Oliwer Kaski jagte einen harmlos wirkenden Schuss auf Joachim Eriksson, der Schwede ließ die Scheibe durch die Büchse rutschen – 1:0, mehr nicht, aber genug, um die Anzeigetafel zu verändern und die Köln-Fans in der Halle zum Aufstöhnen zu bringen.

Die Folgezeit wurde zum Dauerbrenner. Nate Schnarr traf das Eisen im Powerplay, Will Weber wiederholte das Kunststück in der 28. Minute. Zweimal Pfosten, einmal Moral – die Wild Wings ließen keine Lücke offen, doch der Puck wollte nicht rein. Auf der Gegenseite schlichen sich die Haie in Überzahl an, doch Veli-Matti Vittasmäki scheiterte aus zwei Metern an Eriksson. Die Partie balanceierte auf dem Messer, bis zur 58. Minute, als Steve Walker den Torhüter zog und die Schwenninger mit sechs Feldspielern aufliefen. Alexander Karachun fand eine Lücke, Juvonen fand die Antwort – sein 28. Fang, der den Rekordmeister die Serie 1:0 nach Hause schickt.

Die zahlen, die hinter dem 1:0 lauern

Die zahlen, die hinter dem 1:0 lauern

Köln dominierte die Hauptrunde mit 124 Punkten – nie zuvor holte ein DEL-Team mehr. Doch in der Postseason zählt nur das Ergebnis, und das lautet knapp. 32 Schüsse auf Eriksson, 29 auf Juvonen, zwei Pfosten, ein Tor – die Differenz ist so schmal wie die Klinge eines Eishockeyschlägers. Die Haie gewannen alle vier Saisonspiele gegen Schwenningen, doch keines mit mehr als zwei Toren Vorsprung. Die Botschaft ist klar: Wer den Titel will, muss zittern lernen.

Am Freitag empfangen die Haie die Wild Wings in der Lanxess Arena. Die Serie ist jung, die Nerven blank. Für Schwenningen ist das 0:1 ein Moral-Gewinn, für Köln ein Warnschuss. Der Weg zum ersten Meistertitel seit 2002 beginnt mit einem Zittersieg – und endet vielleicht mit dem nächsten Herzinfarkt.