Kochs vuelta-traum zerbricht am praeres: 8:13 minuten, platz 57 – das war’s
Franziska Koch ist Geschichte. Die Paris-Roubaix-Siegerin, die in diesem Frühjahr noch über Kopfstein pflügte, prallte am Mittwoch gegen die Wand von Les Praeres. 8:13 Minuten fehlten der 25-Jährigen im Ziel – ein Grab, nicht nur ein Rückstand.
Die rechnung war schnell gemacht
Von Startplatz zwei auf 35 – innerhalb von 4,2 Kilometern. Der Anstieg in Nava misst maximal 17 Prozent, für Koch einfach zu viel. Lotte Kopecky, die als gelbe Favoritin ins Rennen ging, folgte ihr wie ein Schatten, verlor aber ebenfalls zehn Minuten und die Gesamtführung. Die Belgierin schob sich mit gesenktem Kopf über die Linie, Rang 76.
Anna van der Breggen dagegen schaltet wieder in Legenden-Modus. Die viermalige Giro-Gewinnerin sprengte 2,8 Kilometer vor dem Ziel das Feld, fuhr allein durch den Nebel und jubelte mit acht Sekunden Vorsprung auf Paula Blasin. Marion Bunel (+0:29) komplettiert das Podest. Die Niederländerin geht mit 18 Sekunden Polster in die Horror-Etappe zum Angliru – ein Berg, der selbst gestandene Bergziegen in die Knie zwingt.

Deutsches trostpflaster trägt namen ricarda bauernfeind
Die 24-jährige Münchnerin biss sich auf Rang 16 fest, nur 1:32 zurück. Im Gesamtklassement klettert sie auf Platz elf – das beste deutsche Resultat seit Pauline Ferrand-Prévots Gesamtsieg 2023. Liane Lippert folgte als 30. mit 3:31 Rückstand, Kochs Zielwurf reichte nur zu Platz 57.
Die Punktewertung? Kopecky führt weiter, aber ihr Vorsprung schrumpft. Koch holte auf der Etappe keinen einzigen Zähler – ein weiterer Schlag für die Mettannerin, die sich eigentlich aufs Finale in Madrid vorbereitete.
Morgen wartet der Angliru: 12,1 Kilometer, 23 Prozent maximal, Asphalt so glatt wie ein Billardtuch. Wer dort zuletzt oben ankommt, wird nicht gefragt, warum. Es zählt nur, dass er ankommt. Für Koch ist die Frage jetzt: Nochmal angreifen oder einfach nur durchkommen? Die Antwort dürfte sich von selbst ergeben.
