Knut kircher: mehr originalität für den fußball – var-debatte neu entfacht

Var-diskussion nach bundesliga-spieltag neu aufgeflammt

Nach dem 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist die Debatte um den Video-Assistant-Referee (VAR) erneut entbrannt. Insbesondere ein umstrittener Elfmeter für den FC Augsburg gegen Mainz 05 hat die Diskussionen befeuert. Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH, hat sich nun zu den Vorwürfen geäußert und wünscht sich mehr “Originalität” im Fußball.

Der strittige elfmeter in augsburg

Der strittige elfmeter in augsburg

Im Spiel zwischen Augsburg und Mainz gab es in der fünften Minute einen umstrittenen Elfmeter. Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied nach langer Beratung mit dem Videokeller auf Strafstoß, obwohl der Kontakt im Augsburger Strafraum laut Einschätzung vieler Beobachter minimal war. Diese Entscheidung löste heftige Kritik von FCA-Coach Manuel Baum und den Spielern aus, insbesondere von Elvis Rexhbecaj.

Kircher fordert kontext und gelassenheit

Kircher fordert kontext und gelassenheit

Knut Kircher betont, dass es bei 18 Spielen in der ersten und zweiten Liga immer wieder zu strittigen Szenen kommen wird. Er mahnt zu Gelassenheit: “Dann hast du ein Spiel, bei dem es zu größeren Diskussionen kommt. Dann wird immer gesagt: Wir haben eine Krise und jetzt ist alles im Argen.” Dennoch räumt er ein, dass Fehler passieren und aufgearbeitet werden müssen. Die Schiedsrichter sollen Referenzszenen analysieren und positive Beispiele hervorheben.

Kompany sieht wenig probleme im deutschen fußball

Kompany sieht wenig probleme im deutschen fußball

Im Gegensatz zu den vielen Kritikern sieht Vincent Kompany, Trainer des FC Bayern München, den VAR in Deutschland nicht als großes Problem. Er vergleicht seine Erfahrungen mit anderen Ligen: “In den Ligen in Belgien und England hat es in meiner Zeit dort viel länger gedauert, bis Entscheidungen getroffen wurden. Ich finde nicht, dass der VAR hier den Spielfluss zu sehr unterbricht.”

Kritik an der dauer der überprüfungen

Kritik an der dauer der überprüfungen

Ein häufiger Kritikpunkt am VAR ist die lange Dauer der Überprüfungen. Keven Schlotterbeck vom FC Augsburg forderte: “Entweder ist es glasklar oder ist es nicht glasklar und wenn es nicht glasklar ist, dann braucht er keine drei Minuten auf diese Szene schauen.” Auch Kircher selbst ist mit der Dauer unzufrieden: “Die Dauer der Überprüfung, die stört uns auch und die stört jeden Einzelnen selber, weil es einfach viel, viel zu lange ist.”

Einheitlichkeit der entscheidungen – ein schwieriges thema

Einheitlichkeit der entscheidungen – ein schwieriges thema

Ein weiteres Problem ist die fehlende Einheitlichkeit bei den VAR-Entscheidungen. Niko Kovac, Trainer von Borussia Dortmund, merkte an: “Wir haben meines Erachtens keinen gleichen Nenner, also je nachdem, wer dort im Studio sitzt oder wer auch pfeift hat ein anderes Empfinden und das Macht die Sache schwierig.” Auch Heiko Vogel, Trainer der SpVgg Greuther Fürth, kritisierte mangelnde Einheitlichkeit in der 2. Bundesliga.

Kircher plädiert für einen “korridor”

Knut Kircher räumt die Kritik ein, betont aber, dass die Schiedsrichter niemals zu 100% einheitlich sein können. Er spricht von einem “Korridor”, in dem sich Schiedsrichter, Spieler und Trainer bewegen sollten. Ziel sei es, eine gemeinsame Basis für Interpretationen zu schaffen.

Zufriedenheit und verbesserungspotenzial

Insgesamt zeigt sich Kircher zufrieden mit der Arbeit seiner Schiedsrichter, sieht aber auch Verbesserungspotenzial, insbesondere bei den Kriterien für das Eingreifen des VAR. “Ich wünsche mir, da bin ich auch Fußballfan, dass wir in der Eingriffschwelle vielleicht noch höher gehen, wirklich nur noch ganz klare Dinge sehen und eingreifen.” Er betont die Notwendigkeit, in der “Fußball-Bubble” mehr Kompromissbereitschaft zu zeigen und die gelegentlichen Fehlentscheidungen zu akzeptieren.