Knorr zielt auf köln: aalborgs champions-league-traum lebt

Ein Flugzeug nach Dänemark, zwei Spiele bis zum Traum: Juri Knorr ist zurück in Aalborg – und plötzlich ist alles möglich. Der deutsche Nationalspieler hat die Champions-League-Gänge schon als Zuschauer hoch oben in der letzten Reihe gemappt, jetzt soll er sie als Spieler betreten. Das Final Four am 13. und 14. Juni 2026 in Köln ist greifbar nah.

Aalborg hat das ticket, jetzt kommt der knockout

Als Zweiter der Gruppe A spart sich Aalborg Handbold die Gruselphase der Playoffs. Stattdessen lauert das Team auf den Sieger der Partie Sporting CP gegen Wisla Plock. Die Entscheidung fällt zwischen dem 29. April und 7. Mai, Hin- und Rückspiel, 120 Minuten Handball-Poker. „Wir haben eine gute Chance, das schaffen zu wollen“, sagte Knorr vor Wochen im kicker – und meinte damit nicht einfach nur das Viertelfinale, sondern den Titel.

Der Verein atmet diesen Traum. In jedem Training, jedem Meeting, jedem Sponsorentermin. Die Meisterschaft in Dänemark ist schon ein Ziel, aber nicht das größte. Das große ist das Final Four, die Arena in Köln, die 19.500 Zuschauer, die Musik, das Licht – und die Gewissheit, dass an einem Juni-Wochenende alles steht.

Knorr und späth: zwei deutsche, ein ziel

Knorr und späth: zwei deutsche, ein ziel

David Späth, Bundesträger und bester Kumpel, hat schon angekündigt, im Trikot von Aalborg in der Köln-Arena zu stehen. „Ich verfolge Juris Spiele alle“, sagt er, „aber das wäre ein Riesending.“ Er war beim DHB-Pokal-Finale dabei, sah die Atmosphäre, spürte die Druckwelle. Champions League ist eine Stufe darüber – und Späth will mitmischen, nicht nur zuschauen.

Julia Nikoleit, Knorrs Freundin und Handball-Bloggerin, packt die Szenen auf Instagram, Späth packt die Fahnen in den Koffer. Die deutsche Connection in Aalborg wächst. Sie wollen nicht nur dabei sein, sie wollen gewinnen. „Wir wollen auch den letzten Sieg“, sagt Knorr. Das klingt nach Anspruch, nicht nach Wunsch.

Die Chancen stehen gut. Aalborg hat in der Gruppenphase nur zweimal verloren, das Rückgrat um Knorr, Mads Mensah Larsen und Henrik Møllgaard steht. Die Bank ist lang, die Abwehr stabil, der Kreislauf schnell. Und dann ist da noch Knorrs Spielverstand, diese Mischung aus Dribbling, Tempo und Pass, die Gegner orientierungslos werden lässt. Wenn er aufläuft, zieht das Team mit.

Die nächsten wochen werden eng

Die nächsten wochen werden eng

Zwischen Liga und Champions League bleibt kaum Luft. Aalborg führt die dänische Meisterschaft an, muss aber in den letzten Spielen punkten, um das Heimrecht im Viertelfinale zu sichern. Parallel lauern die Scouting-Videos von Sporting und Plock. Knorr schaut sie auf dem Tablet, notiert sich Lücken, Gewohnheiten, Timing. Er ist Spielmacher, auch außerhalb des Feldes.

Die Uhr tickt. Noch 60 Tage bis Köln, noch zwei Spieltage bis zur Entscheidung. Die Fans in Aalborg haben schon ihre Flüge gebucht, die Hotels ausgebucht. Die Stadt bereitet sich vor, als stünde schon das Finale an. Und mitten drin Knorr, der Junge aus Biberach, der einst in der letzten Reihe saß und jetzt auf dem Center-Circle stehen könnte. Keine Frage offen, nur noch ein Weg: nach vorne.