Klopp packt aus: laimer hätte zum liverpool-sechser werden sollen

Jürgen Klopp wollte Konrad Laimer. Nicht irgendwann, sondern als künftiger Sechser bei Liverpool. Das verriet der Ex-Trainer der Reds live nach dem Spiel Argentinien gegen Österreich. Die Bayern verpflichteten den 29-Jährigen stattdessen im Sommer 2023 – und setzen ihn seitdem links, rechts und sogar als Zehner ein.

Der plan, der nie realität wurde

„Zu Laimer kann ich sagen: Bei mir würde er auf der Sechs spielen“, erklärte Klopp bei MagentaTV. Kurz. Knackig. Ohne Umschweife. Ein Satz, der die Transferräder im Kopf sofort wieder in Bewegung bringt. Denn bislang galt der Österreicher nur als vielseitiger Riegel, nicht als klare Nummer sechs. In Leipzig baute ihn Rangnick noch als Box-to-Box-Player auf. Nagelsmann liebte ihn aus der Halbraum-Dreifünferrolle. Die Bayern? Die brauchten einen Rechtsverteidiger, einen Linksverteidiger und plötzlich einen hängenden Zehner. Die Sechs blieb frei.

Die erste konkrete Liverpool-Nähe entstand bereits 2022, als englische Medien von intensiven Verhandlungen berichteten. Doch Leipzig hielt die Ablöse hoch, Liverpool zögerte. Ein Jahr später war der Zug abgefahren. Laimer wechselte innerhalb der Bundesliga und unterschrieb bis Jahr 2027. Dort, wo er laut Klopp seine beste Position nie ausprobieren durfte.

Wie laimer jetzt gegen liverpool spielt – nur eben für bayern

Wie laimer jetzt gegen liverpool spielt – nur eben für bayern

Gegen Jordanien rückte Laimer in der 70. Minute von der linken Abwehr in die Zehnerposition vor. Drei Ballgewinne, zwei gefährliche Vorlagen, eine Szene, die zeigt, wie stark sein Spielverständnis ist. Doch hinten links fehlt seine Präsenz in der Mitte. Eine Ironie: Dort, wo Klopp ihn sich ausgemalt hatte, steht heute Alexis Mac Allister oder Wataru Endo. Beide kosteten zusammen weniger als Laimers Gesamtgehalt in München.

Die Bayern diskutieren derweil eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Eberl und Freund bestätigten „unterschiedliche Vorstellungen“, doch die Tonalität ist freundlich. Laimer soll offenbar bleiben – vielleicht endlich als Sechser, wenn Kimmich langfristig ins Mittelfeld zurückkehrt. Die Geschwindigkeit fehlt ihm hinten, urteilte kürzlich Lothar Matthäus. Tatsächlich ist Laimer kein klassischer Außenverteidiger. Er ist ein Balleroberer, der das Spiel vor sich lesen kann. Genau das suchte Klopp.

Am sonntag fällt die entscheidung – und vielleicht auch ein letztes wort

Am sonntag fällt die entscheidung – und vielleicht auch ein letztes wort

Österreich trifft in Kansas City auf Algerien. Punktgleich, nur das Torverhältnis trennt beide. Laimer wird wohl wieder links hinten starten, dann wieder nach innen tuckern, seine Position wechseln wie ein Schachspringer. Was wäre gewesen, wenn er 2023 die Insel gewählt hätte? Zwei Dinge sind klar: Er hätte bei Klopp gespielt – und Klopp hätte ihn auf der Sechs gesehen. Stattdessen bleibt ein offenes Kapitel: Ein Spieler auf der Suche nach seiner Rolle und ein Trainer ohne Klub, der noch genau weiß, was er damals wollte.