Kittel schlägt zurück: groenewegen siegt in brügge – der coach lacht, die konkurrenz zittert

Marcel Kittel hat seinen ersten großen Coup als Sprintcoach gelandet. Dylan Groenewegen zog in Brügge die Pinke an – und Kittel die nächste Lebensversicherung für den Tour-Traum seiner Rockets.

Der niederländer jagt kittels geist

202,9 Kilometer, 50. Auflage, ein Zielsprint wie aus dem Lehrbuch: Groenewegen setzte sich in der Ronde von Brügge vor Jasper Philipsen durch, Max Kanter aus Cottbus wurde Dritter. Vierter Saisonsieg für den 31-Jährigen, erster großer Sieg unter Kittels Regie. Der Ex-Weltmeister der Sprintkunst steht hinterm Absperrband, die Ar verschränkt, das Kinn leicht erhoben – ein Bild, das in den Hauptquartieren von Alpecin-Deceuninck und UAE Team Emirates Alarm auslöst.

Die Rockets wollen zur Tour de France. Nicht als Statist, sondern als Zugpferd. Dafür haben sie Kittel verpflichtet, den Mann, der 14 Touretappen gewonnen hat, der die Champs-Élysées drei Mal in Folge dominierte. Jetzt steckt sein Wissen in den Beinen von Groenewegen – und der trägt statt Kittels Klassik-Trikot das Pinke Helm-Design der belgischen Rundfahrt.

Pink ist die neue machtfarbe

Pink ist die neue machtfarbe

Die Farbwahl ist kein Zufall. Unibet Rose Rockets – der Name ist Programm. Pink steht für Angriff, für Sichtbarkeit, für das, was Kittel einst ausstrahlte. Jetzt strahlt es Groenewegen aus, der nach seiner neunmonatigen Sperre wegen des Jakobsen-Sturzes in Polen wieder in die Spur zurückgefunden hat. Kittel war es, der ihm die Angst aus den Knochen sprach, ihm die Linie im Sprint wieder beigebracht hat.

Philipsen, der belgische Liebling, bekam in der Heimat eine Lektion erteilt. Kanter, der Deutsche, der bei Paris-Nizza bereits Furore machte, liefert das nächste Ausrufezeichen. Die deutsche Sprinterszene, jahrelang auf Wittich und Bauhaus reduziert, bekommt ein Gesicht zurück – auch das ist Kittels Werk.

Der countdown läuft

Der countdown läuft

In zwei Monaten startet die Tour in Bilbao. Kittel wird nicht auf dem Rad sitzen, aber seine DNA wird in jedem Sprint stecken. Groenewegen hat vier Siege, das Selbstvertrauen eines Favoriten und einen Coach, der weiß, wie man die Champs-Élysées erobert. Die Rockets haben gezündet. Die Konkurrenz hat gewarnt.

Und Marcel Kittel? Der lacht wieder. Nicht als Experte im Studio, sondern als Sieger hinter der Kulisse.