Kimmich und olise sperren sich frei – und lügen sich frei
6:1 in Bergamo, zwei gelbe Karten, acht Tage später Pause. Joshua Kimmich und Michael Olise haben sich mit dem Zeigefinger Espen Eskas ins Viertelfinale buchen lassen – und treten danach die Bremsklappe.
Die szene, die alle sahen
83. Minute, Freistoß Bayern-Hälfte. Kimmich tänzelt, zögert, schaut dreimal, zögert wieder. Das Stadion pfeift, Musah rast, Eskas zückt. Fertig. Dritte Gelbe, Sperre sicher. Olise hatte sich sechs Minuten zuvor am Eckfahne schon die gleiche Farbe abgeholt. Beide nun außen vor, beide mit sauberem Konto vor dem Viertelfinale. Zufall? Hummels lacht in die Kamera, Ramos-Déjà-vu inklusive.
Kimmich nach Abpfiff: „Ich habe nur eine Anspielstation gesucht.“ Hummels trocken: „Wir wissen alle, was passiert ist.“ Die UEFA-Klausel 15 droht mit zwei Spielen Sperre, wenn jemand zugibt, was jeder sieht. Also schweigt Kimmich, lüftet nur die Schulter – und macht alles richtig, wie Mats versichert.

Upamecano verpasst den selbstgänger
Wer mit zwei Karten dasteht, kann nachlegen. Dayot Upamecano stand bei zwei Gelben, ließ die Chance aus, spielt jetzt Lotto gegen Madrid oder City. Pavlovic räuspert sich: „Wusste gar nicht, dass die beiden fehlen.“ Die Umkleidekabine behält das Schweigen, das Regelwerk die Oberhand.
Der 6:1-Sieg ist nur noch Beiwerk. Das Spiel entschied sich in der 83. Minute, als kein Ball mehr im Netz zappelte, sondern ein Ticket in der Tasche. Kimmich und Olise haben sich freigekauft – und die Champions League spielt weiter ohne sie, bevor sie wieder mitspielen darf. Die Ironie: Wer zugibt, dass er sich freikauft, wird länger gesperrt. Also lügt man eben. Und gewinnt.
