Kimmich trägt das 4:5 wie eine beule: „das ärgert mich fast schon wieder“

Paris – 90 Minuten lang schlugen zwei Schwergewichte aufeinander ein, bis der eine auf die Knie ging – und trotzdem noch lächelte. Der FC Bayern verlor beim 4:5 beim amtierenden Champions-League-Sieger PSG, doch die Kabine jubelte trotzdem. „Wir haben gezeigt, dass wir mindestens zwei Tore schießen können“, sagte Joshua Kimmich und klang dabei, als hätte sein Team gewonnen.

Die nacht, in der paris zweimal zuschlug – und münchen trotzdem nicht k.o. ging

Es war die 55. Minute, als Ousmane Dembélé zum 3:2 traf. 120 Sekunden später machte Bradley Barcola das 4:2. In dieser Phase drehte sich Kimmich auf dem Rasen um die eigene Achse, als suche er einen unsichtbaren Gegner. „Man stand da und dachte: ‚Boah, was ist denn hier los?‘“, erinnerte er sich. Drei Tore Rückstand – und dennoch: „Wir waren auf keinen Fall drei Tore schlechter.“

Die Antwort lieferten Harry Kane per Foulelfmeter und Jamal Musiala mit einem Distanzschuss, der an Gianluigi Donnarumma vorbeisauste wie ein Strich durch Wasser. Plötzlich stand es 4:5, Paris zitterte, der Präsidentenlogen schwankte. Die letzten fünf Minuten: PSG-Spieler mit Krämpfen, Bayern mit Ball, Paris mit Zeitspiel, München mit dem Gefühl, dass noch mehr drin gewesen wäre.

Kimmichs merkwürdiges gefühl – und warum es das rückspiel verändert

Kimmichs merkwürdiges gefühl – und warum es das rückspiel verändert

„Das ist das Komische“, sagte Kimmich, „es fühlt sich wirklich merkwürdig an.“ Er lachte – halb verärgert, halb erleichtert. „Wir sitzen in der Kabine und haben das Gefühl, da ist noch etwas möglich.“ Sportvorstand Max Eberl pflichtete bei: „Man versucht, Ecken und Kanten zu finden, aber am Ende steht es 4:5 – und das ist nur ein Tor.“

Die Zahlen sprechen für München: Sie schossen vier Mal, trafen vier Mal. PSG brauchte 17 Torschüsse für seine fünf Treffer. Effizienz ist kein Fremdwort im Süden, Selbstvertrauen auch nicht. „Die Ausgangssituation ist einfach“, sagte Kimmich. „Wir müssen gewinnen.“

In einer Woche empfangen die Bayern PSG in der Allianz Arena. Das letzte Heimspiel gegen die Franzosen? 2:1. Das letzte Heimspiel in der Champions League? 3:1 gegen Lazio. Die letzte Aufholjagd in der Königsklasse? Gerade gesehen.

Birgit Richter, TSV Pelkum – Paris, in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 2025