Kimmich packt aus: so tickt der dfb-kapitän vor der wm-entscheidung
Joshua Kimmich spricht Klartext. Der DFB-Kapitän fordert in der SWR-Sendung „Sport am Sonntag“ mehr Einsatz und Leidenschaft – und liefert einen intimen Einblick in die Kabine der Nationalmannschaft.
Die Worte klingen wie ein Weckruf. „Es darf nicht sein, dass irgendjemand keine Lust hat, ein Länderspiel zu machen“, sagt Kimmich. Der 31-Jährige brennt darauf, mit Deutschland endlich wieder eine Turnierrunde zu überstehen. Seit 2016 ist er dabei, doch die K.o.-Phase einer WM hat er noch nie erreicht. „Das nagt“, gibt er offen zu.
Der vfb, die heimat und die akademie
In Rottweil, wo er mit der „Kimmich Academy“ Nachwuchsspieler fördert, fühlt sich der Mittelfeldstratege noch immer pudelwohl. Der SC Freiburg und der VfB Stuttgart beobachtet er genau – schließlich könnte es im Pokalfinale auf eines der beiden Teams treffen. Besonders der VfB liegt ihm am Herzen, dort startete einst seine Profi-Karriere. „Ich war immer VfB-Fan“, sagt er und schmunzelt.
Die Akademie ist seine Art, etwas zurückzugeben. Kein Internat, kein 100-Kilometer-Wechsel mit zwölf Jahren – sondern Top-Training vor der Haustür. „Wir wollen Kindern eine Chance geben, auf allerhöchstem Niveau Fußball zu spielen“, so Kimmich. Geschäftsführer Manfred Flohr übernimmt die Trainer-Suche, doch die Werte kommen vom Kapitän.

Nagelsmanns kader-frage: kimmich schiebt nicht den kopf in den sand
Bei der Nominierung bleibt er loyal. „Man tauscht sich schon aus“, sagt er vorsichtig, doch mehr verrät er nicht. Klar ist: Bundestrainer Julian Nagelsmann trifft die Entscheidung – und Kimmich steht hinter ihm. Trotzdem nagelt er fest: „Jede Absage ist bitter.“ Denn in der WM-Vorbereitung zähle jede Minute, jeder Automatismus. Besonders, wenn Spieler wie Angelo Stiller trotz starker Leistung zu Hause bleiben müssen.
Die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana seien „sehr wichtig“, mahnt er. Die letzten Länderspiele seien „nicht konstant positiv“ gewesen. Jetzt gelte es, als Team zusammenzuwachsen – und das gehe nur mit vollem Einsatz. „Wir müssen heiß darauf sein, uns weiterzuentwickeln.“

Bayern-dna als trumpf oder falle?
Kimmich sieht einen Vorteil in der Bayern-Blockbildung: Automatismen, tägliches Training, vertraute Blicke. Doch er warnt: „Trotzdem ist es wichtig, dass andere Mannschaften wie der BVB oder der VfB gut performen.“ Nur so entstehe eine echte Gemeinschaftsleistung. Die WM 2026 rückt näher, der Druck wächst – und Kimmich will liefern.
Er spricht nicht um den heißen Brei herum. Die Enttäuschung von Katar 2022 sitzt tief. „Zum Glück findet man Wege, mit Niederlagen umzugehen“, sagt er. Doch der Bösinger weiß: Bei der Heim-WM in USA, Kanada und Mexiko muss alles passen. Kein Platz für halbe Sachen. Keine Zeit für Lustlosigkeit. Der Countdown läuft – und Kimmich hat seinen Anspruch deutlich gemacht.
