Emilio de villota kehrt auf die piste zurück: motorsport-ikone wird grand marshall in montjuïc
Die Tribünen des Circuit de Barcelona-Catalunya werden dieses Wochenende ein Echo der Vergangenheit hören: Emilio de Villota, der erste Spanier, der je einen WM-Punkt in der Formel 1 holte, gibt sich die Ehre. Der 76-Jährige wird „Grand Marshall“ des Espíritu de Montjuïc, schwenkt das Zielhecktuch – und lässt seine eigenen Rennwagen wieder aufwachen.
Ein leben zwischen blech und benzin
1980 startete er mit dem Lyncar 006 in Long Beach, 1982 fuhr er den fliegenden Lotus 78, 1984 den McLaren M23. Die Karosse des Lotus war so flach, dass die Mechaniker scherzten, man könne ihn nur mit dem Bügelbrett darunter erkennen. De Villota lachte damals, heute wirkt das Lachen leiser, aber der Blick ist noch derselbe: scharf, verschmitzt, ein bisschen verrückt.
Die Organisatoren haben die drei Boliden aufgebockt, neben ihnen Helme mit dem charakteristischen blau-weißen Streifen, Overalls, die noch den Geruch von AvGas einatmen. „Ich habe diese Teile nie weggeschmissen“, sagt er, während er mit dem Finger über die Karbon-Kante des Lotus fährt. „Man wirft keine Familie raus.“

Der pokal, der seinen namen trägt
Erstmals verleiht die Escudería Barcelona den ‚Trofeo Emilio de Villota – Group C Racing‘. Der Gewinner kriegt nicht nur ein Stück Silber, sondern eine Handvisch von der Hand, die einst 300 km/h berührte. „Group C war reine Physik“, erinnert er sich. „Kein ABS, kein Traktionskontrolle, nur du und die Aerodynamik.“
Über 300 historische Rennwagen werden auf der Strecke sein, von Porsche 962 bis Jaguar XJR-9. Die Motoren heulen wie vor 30 Jahren, nur die Reifen sind neuer – und die Fahrer älter. „Wir sind Zeitzeugen“, sagt de Villota. „Und Zeit hört nie auf.“
Am Sonntag, wenn der letzte Boxenstopp gemacht ist und die Sonne hinter der Haupttribüne versinkt, wird er das Tuch schwenken. Kein Showakt, sondern ein Befreiungsschlag. Dann steigt er aus, schließt die Tür des McLaren M23 und weiß: Der Motor ist still, aber das Echo fährt weiter.
