Kiel versinkt im bremer loch – magdeburg enteilt der liga
Der THW Kiel ist kurz vor Schluss erneut gestolpert. 29:30 in Melsungen bedeutet Platz fünf, drei Punkte Rückstand und ein zwiespältiges Gefühl: Der Rekordmeister spielt sich in der Spur, verliert aber den Anschluss. Die Konkurrenzlust der Konkurrenz ist kein Zufall.
Magdeburg nutzt die gunst der stunde
SC Magdeburg gegen Füchse Berlin – das war keine Partie, das war ein Statement. 35:33, Rot gegen Matthias Musche, elf Tore von Mathias Gidsel trotzdem umsonst. Die SCM-Maschine dreht auf, der Vorsprung auf Kiel wächst auf vier Zähler. Trainer Bennet Wiegert sprach von „Kopf-Arbeit“ – sein Team lieferte die perfekte Kopie einer Meisterelf.
Die Berliner dagegen verlassen die GETEC-Arena mit dem Gefühl, wieder nur die Nebenrolle gespielt zu haben. Drei Gegentore in Folge nach der 30:30-Pause brachen den Faden. „Wir haben uns in der Schlussphase selbst ausgebremst“, sagte Gidsel, dessen Trefferquote trotzdem atemberaubende 85 % betrug.

Flensburg profitiert doppelt
SG Flensburg-Handewitt kam gegen abstiegsbedrohtes GWD Minden nicht über 35:31 hinau, rutscht aber dank des Kieler Patzers auf Rang zwei. Ohne Simon Pytlick und Niclas Kirkelökke wirkte das Team wie ein Auto mit Handbremse – es reichte, weil die Konkurrenz strauchelt. Trainer Maik Machulla gestand ein, „dass wir momentan jeden Punkt auf Biegen und Brechen brauchen“.
Die Tabelle lügt nicht: Zwischen Platz zwei und sechs liegen nur zwei Punkte. Die Liga wird zur Achterbahn, wer zweimal hustet, ist Tabellen-Vierter.

Hannover rutscht tiefer in die krise
Die TSV Hannover-Burgdorf wartet weiter auf den zweiten Sieg unter Juan Carlos Pastor. 27:33 in Gummersbach war die fünfte Pleite nacheinander, die Hypothek des frühen 2:11 zu groß. Trainer Pastor redete von „Kopfsache“, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: nur 47 % Trefferquote aus dem Feld, sieben technische Fehler, null Zuversicht.
Der VfL feiert indes den dritten Sieg in Serie und verlässt die Abstiegszone. Schluroff und Co. zeigten, dass man auch mit 14 Ballverlusten gewinnen kann, wenn die Moral stimmt. In der Schwalbe-Arena brodelte es, 4.132 Zuschauer erlebten eine Achterbahn der Gefühle – und ein Gummersbach, das plötzlich wieder nach Europa schielt.

Bergischer hc landet den coup in hamburg
Der Abstiegskandidat feiert den zweiten Auswärtssieg der Saison – 35:34 in der Hamburger Sporthalle. Trotz 14 technischer Fehler und nur 54 % Feldwurfquote setzte sich der BHC durch, weil Rückraumspieler Steinhaus sieben Tore erzielte und Schlussmann Rudeck in der Schlussphase zwei Siebenmeter wegfaustete. Hamburg kassiert die fünfte Niederlage im siebten Heimspiel und rutscht auf Platz zwölf ab – der Abstiegskampf bleibt offen wie nie.
Die Zahlen des 26. Spieltags: 222 Tore, drei Siege mit nur einem Tor Unterschied, eine Rote Karte und ein THW Kiel, der plötzlich mit dem Rücken zur Wand steht. Die Saison neigt sich dem Ende zu, doch die Spannung steigt. Magdeburg enteilt, Kiel verfolgt – und die Liga lacht.
