Olympiasieger duromedis fliegt nach französischem foul raus – gelbe karte statt sperre

Simone Duromedis wollte in Gällivare nur ein paar Minuten fahren, stattdessen flog er auf Eis. Der italienische Olympia-Staffel-Champion rutschte nach einem offensichtlichen Schubser von Youri Duplessis-Kergomard in die Bande, blieb liegen, war raus. Kein Einzug ins Semifinale, keine Chance auf Revanche – nur die kalte DNF-Meldung im Protokoll.

Statt disqualifikation: gelbe karte und startplatz vier

Die Jury reagierte, aber nur halb. Duplessis-Kergomard behielt seinen Sieg im Viertelfinale, wurde nachträglich jedoch vom ersten auf den vierten Rang zurückgestuft. Gelb statt Rot – ein Schulterzucken für den Franzosen, ein Schlag ins Gesicht für Duromedis. „Ein lächerlicher Deal“, murrte Italiens Teamboss unweit der Zielgeraden. Der 27-jährige Turiner blieb trotzdem stumm, packte nur seine Skier und stapfte durch den Schneegatsch Richtung Mixed Zone.

Die Bilder zeigen den Moment in Zeitlupe: Duplessis-Kergomard lenkt mit dem Oberkörper nach innen, die Schulberührung folgt exakt in der Luft-Phase vor dem dritten Jump. Duromedis verliert die Linie, kippt, trifft mit dem Hinterkopf auf die vereiste Kante. Der Franzose schaut nicht zurück, feiert kurz darauf im Ziel. So einfach kann Fairplay in der Freestyle-Welt kippen.

Die Regelung erlaubt Gelb als Maximum bei ersten Vergehen – ein Schlupfloch, das Athleten wie Duplessis-Kergomard kennen. Denn wer sich erst einmal für die Finalwochen qualifiziert hat, riskiert mit Rot das komplette Saisonende. Die Folge: Man tritt die Bremse, bevor der Druck richtig kommt. Duromedis hingegen muss nun um jeden Weltcup-Punkt kämpfen, weil ein Rival auf Biegen und Brechen die innere Bahn blockierte.

Italien protestiert – fis lässt urteil stehen

Italien protestiert – fis lässt urteil stehen

Der italienische Verband legte binnen 30 Minuten Einspruch ein. Die Jury schaute sich die Sequenz zweimal an, beließ es bei Gelb. Argument: „Kein vorsätzliches Tötungsmanöver, nur ungeschickte Körperdynamik.“ Worte, die bei den Azzurri für blankes Unverständnis sorgen. Teamchef Luca Zanetti sprach von „Gefälligkeitsjustiz zugunsten des Weltcup-Spitzenreiters“ und kündigte ein Schreiben an den Internationalen Skiverband an.

Die Szene wirft ein Schlaglicht auf die Unberechenbarkeit des neuen Sprint-Formats: Vier Athleten, eine Piste, keine zweite Chance. Wer in den Vierteln stürzt, ist weg – egal ob selbst verschuldet oder nicht. Die FIS hatte das Modell eingeführt, um Spektakel zu erzeugen. Nun bekommt sie Druck von Athleten und Verbänden, die mehr Video-Reviews und härtere Sanktionen fordern.

Für Duromedis geht es in zwei Wochen nach Livigno. Dort will er zeigen, dass Fairness nicht allein vom Regelwerk abhängt, sondern vom eigenen Ski. Duplessis-Kergomard wird ebenfalls starten – mit vier Punkten weniger auf dem Konto, aber ohne Sperre. Die Spannung ist Programm, die Revanche liegt in der Luft. Und die Fans wissen: Beim nächsten Show-Down zählt jeder Zentimeter Kante – und jede noch so kleine Schulter.