Kidd wirft den handschuh: flagg soll roty klar machen – konkurrenz lacht

Jason Kidd ballt die Faust und stellt sich schützend vor seinen Schützling: Cooper Flagg muss Rookie of the Year werden, „das ist für uns keine Debatte, sondern Pflichtaufgabe“, sagt der Mavericks-Coach und schickt damit die ganze Liga in die Defensive.

Die Zahl, die Kidd wie ein Mantra wiederholt: 20,6 Punkte, 6,6 Rebounds, 4,6 Assists. Kein frischgebackener NBA-Neuling liefert solche Werte so konstant, argumentiert Kidd – „selbst LeBron und Luka haben ihre ersten Monate nicht so dominiert“.

Knueppel heizt die wette an

Doch die Charlotte Hornets schmunzeln nur müde. Dort schiebt sich Kon Knueppel in die Schlagzeilen, maht mit 38,5 % Dreierquote durch die gegnerischen Verteidigungen und schraubt seine Punkteausbeute jeden Monat ein Stück höher. In den vergangenen zehn Spielen warf er 24,2 Punkte pro Nacht – mehr als Flagg in seinem heißesten Streifen.

Die Mavericks stehen mit 24-50 auf Platz 13 im Westen, ein Keller, der normalerweise keinen ROTY hervorbringt. Die Hornets sind zwar auch nur 11. im Osten, doch ihre Bilanz ist wenigstens im Aufwärtstrend. „Trophäen werden selten im Abstiegskampf verliehen“, wischt ein Eastern-Scout ein. „Aber Kidd will das Narrativ umdrehen.“

Die NBA-Media-Crews haben bereits kalendergekreuzte Wochen im März markiert. Dann treffen Dallas und Charlotte zweimal direkt aufeinander – ein Duell, das Kidd laut interner Ansprache „unser kleines Finale nennen“ wird. Wer in diesen 96 Minuten glänzt, könnte die 100 Medienvoter endgültig überzeugen.

Flagg bleibt kalt

Flagg bleibt kalt

Während Kidd die Pauke schlägt, bleibt Flagg selbst stoisch. Nach dem 119-114-Sieg gegen die Jazz, in dem er 28 Punkte und zwei Blocks verteilte, schlenderte er an den Reportern vorbei: „Ich schaue die Tabelle nicht, ich schaue nur die Nächste, die auf unserem Schedule steht.“ Das ist kein Standard-Sprech, sondern Programm. Sein Bruder Olivier erzählt, dass Cooper seit High-School-Zeiten eine Notiz an der Wand hängen hat: „Stats liegen, Wins fliegen.“

Die Fans in Dallas halten die Atmosphäre bereits auf Siedetemperatur. Im American Airlines Center skandierte letzte Nacht ein Block nach dem anderen: „RO-TY, RO-TY!“ Die Arena-Organisation probte bereits eine Mini-Ceremony für den letzten Heimspieltag – ganz egal, ob der Award dann schon verliehen ist oder nicht.

Die Liga schaltet sich stillschweigend ein. Werbemanager haben intern Datenbögen verteilt, die Flagg mit riesiger Fanbase und Knueppel mit besserer Team-Bilanz gegenüberstellen. Das Rennen ist so offen wie seit Jahren nicht mehr. Kidds Kampfansage war nur der erste Schlag in einer Schlacht, die bis zur allerletzten Regular-Season-Minute andauern wird.

Am Ende zählt womöglich eine einzige Zahl – und die steht nicht in den Stat-Sheets, sondern auf dem Stimmzettel. 100 Stimmen, 100 Geschichten, eine Trophäe. Kidd hat seinen Joker ausgespielt. Jetzt ist Flagg am Zug.