Kickers peilen aufstieg an: nürnberg-pleite nur rückschlag im plan
Der 0:1-Absturz in Nürnberg schmerzt, aber die Würzburger Kickers lassen sich nicht aus der Bahn werfen. Nach dem Lizenz-Stichtag und dem Drittliga-Verzicht der Franken liegt die echte Chance auf Platz eins – und der Klub macht keinen Hehl aus seinem Ziel.
Reitmaiers system braucht nur ein ziel: aufstieg
Marc Reitmaier sprach nach dem Restart von „mangelnder Konsequenz im letzten Drittel“, doch hinter den Kulissen arbeitet der Trainer bereits an der Feinjustierung. Die Winterpause nutzten die Kickers, um die körperliche Schlagkraft zu erhöhen – Pressing und Gegenpressing stehen auf dem Programm. 17 Gegentore nach 18 Spielen – das ist Ligabestwert und die Basis, auf der der Traum von Liga drei fußt.
Philipp Ochs hat sich inzwischen zum Kommandanten der Sechser-Position entwickelt. Der ehemalige Bundesliga-Profi lenkt das Spiel, während hinten die Abwehr um Kapitän Hipper die Ruhe bewahrt. Fehlen wird vorerst Eroll Zejnullahu: die Achillessehne des 31-Jährigen verweigert weiter Dienst, ein Einsatz gegen den TSV Aubstadt ist fraglich.

Am samstag droht das unterfränkische endspiel
Schon am Wochenende kommt es zum Duell mit dem TSV Aubstadt – ein Nachbarschaftskampf mit Turbo-Charakter. Gewinnt Würzburg, schrumpft der Rückstand auf Spitzenreiter Unterhaching auf sieben Punkte. Die Kickers haben ihre Lizenzunterlagen pünktlich beim DFB abgeliefert, nun sollen Punkte folgen. André Herber ließ nach der Nürnberger Pleite keinen Zweifel: „Wir wollen in die Relegation.“
Die Breite des Kaders ist größer geworden. Martin Thomann kommt vom FC Schweinfurt, etliche Talente aus der zweiten Reihe haben zugelegt. Kontinuität lautet Reitmaiers Credo – keine ständigen Wechsel mehr, sondern eine Startelf, die sich einspielt. Die Statistik spricht für die Kickers: seit 15 Pflichtspielen sind sie ungeschlagen, die beste Defensive der Liga hält die Traum-Chance am Leben.
Johann Hipper biss sich nach dem Schlusspfiff in Nürnberg nicht die Zunge ab: „Wenn wir solche Leistungen abrufen, mache ich mir keine Sorgen.“ Die Aussage klingt wie ein Versprechen – und ein Warnschuss an die Konkurrenz. Die Kickers sind bereit, den nächsten Schritt zu machen. Der Aufstiegsplan liegt offen auf dem Tisch, jetzt gilt es, ihn umzusetzen.
